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20. Januar 2010, 18:27 Uhr

Frankreich

Regierung wirbt für mehr Deutsch-Klassen

Frankreichs Bildungsministerium trommelt für den Deutschunterricht: Erst mit der Sprache könnten die Schüler "den enormen Reichtum" Deutschlands entdecken. Die Zeiten, in denen eine Teenie-Band einen wahren Deutsch-Boom auslöste, sind vorbei. Nun sollen Werbebroschüren die Schüler überzeugen.

Die französische Regierung ermuntert Schüler zum Deutschlernen. Heutzutage sei es zwar "unerlässlich", Englisch zu sprechen, erklärte das Bildungsministerium. Am Mittwoch begann es, mehr als eineinhalb Millionen Werbebroschüren für den Deutschunterricht an den weiterführenden Schulen Frankreichs zu verteilten.

Es sei klar, dass die Beherrschung einer zweiten Fremdsprache "eine Notwendigkeit" sei. Deutsch sei eine gute Wahl dafür. Es sei "eine logische und klare" Sprache, mittels derer die Schüler "den enormen Reichtum" Deutschlands und seiner Kultur entdecken könnten. Zudem sei Deutsch auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Das Ministerium hob die "modernen" Lehrmethoden für den Deutschunterricht und die "Modernität" des Landes hervor.

Die letzte Initiative zeigte Wirkung

Deutsch sei in den vergangenen Jahren wieder beliebter geworden, nachdem die Schülerzahlen einige Zeit lang stetig gesunken waren, fügte das Ministerium an. Demnach lernen in diesem Schuljahr gut 823.000 französische Kinder die Sprache des Nachbarlandes - das sind rund 15 Prozent der Schüler an den weiterführenden Schulen.

Im Oktober 2004 hatte der deutsch-französische Ministerrat eine Initiative gestartet, um die Popularität der Nachbarssprache an Schulen zu steigern. Danach machte besonders bei den Grundschülern die Zahl derer, die Deutsch lernen, mit einem Plus um 25 Prozent einen Sprung. Bei den Siebtklässlern erhöhte sie sich um neun Prozent. Von einem Deutsch-Boom war auch zu hören, als die Teenie-Band Tokio Hotel Frankreichs Charts eroberte - und die Schüler fleißig Deutsch lernten, um die Texte zu verstehen.

bim/AFP

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