Frankreich Regierung wirbt für mehr Deutsch-Klassen

Frankreichs Bildungsministerium trommelt für den Deutschunterricht: Erst mit der Sprache könnten die Schüler "den enormen Reichtum" Deutschlands entdecken. Die Zeiten, in denen eine Teenie-Band einen wahren Deutsch-Boom auslöste, sind vorbei. Nun sollen Werbebroschüren die Schüler überzeugen.


Die französische Regierung ermuntert Schüler zum Deutschlernen. Heutzutage sei es zwar "unerlässlich", Englisch zu sprechen, erklärte das Bildungsministerium. Am Mittwoch begann es, mehr als eineinhalb Millionen Werbebroschüren für den Deutschunterricht an den weiterführenden Schulen Frankreichs zu verteilten.

Es sei klar, dass die Beherrschung einer zweiten Fremdsprache "eine Notwendigkeit" sei. Deutsch sei eine gute Wahl dafür. Es sei "eine logische und klare" Sprache, mittels derer die Schüler "den enormen Reichtum" Deutschlands und seiner Kultur entdecken könnten. Zudem sei Deutsch auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Das Ministerium hob die "modernen" Lehrmethoden für den Deutschunterricht und die "Modernität" des Landes hervor.

Die letzte Initiative zeigte Wirkung

Deutsch sei in den vergangenen Jahren wieder beliebter geworden, nachdem die Schülerzahlen einige Zeit lang stetig gesunken waren, fügte das Ministerium an. Demnach lernen in diesem Schuljahr gut 823.000 französische Kinder die Sprache des Nachbarlandes - das sind rund 15 Prozent der Schüler an den weiterführenden Schulen.

Im Oktober 2004 hatte der deutsch-französische Ministerrat eine Initiative gestartet, um die Popularität der Nachbarssprache an Schulen zu steigern. Danach machte besonders bei den Grundschülern die Zahl derer, die Deutsch lernen, mit einem Plus um 25 Prozent einen Sprung. Bei den Siebtklässlern erhöhte sie sich um neun Prozent. Von einem Deutsch-Boom war auch zu hören, als die Teenie-Band Tokio Hotel Frankreichs Charts eroberte - und die Schüler fleißig Deutsch lernten, um die Texte zu verstehen.

bim/AFP



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Seite 1
waffenstillstand 20.01.2010
1. Deutschland sollte dem Beispiel folgen.
Zitat von sysopFrankreichs Bildungsministerium trommelt für den Deutschunterricht: Erst mit der Sprache könnten die Schüler "den enormen Reichtum" Deutschlands entdecken. Die Zeiten, in denen eine Teenie-Band einen wahren Deutsch-Boom auslöste, sind vorbei. Nun sollen Werbebroschüren die Schüler überzeugen. http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/0,1518,673069,00.html
Wie wär's denn, wenn Deutschland ebenso für die französische Sprache werben würde? Immerhin ist Frankreich unser wichtigster Handelspartner (also nicht, wie man annehmen könnte, die USA oder Großbritannien).
Rainer Helmbrecht 20.01.2010
2. Titel verweigert!
Zitat von waffenstillstandWie wär's denn, wenn Deutschland ebenso für die französische Sprache werben würde? Immerhin ist Frankreich unser wichtigster Handelspartner (also nicht, wie man annehmen könnte, die USA oder Großbritannien).
Na ja, unsere Nachbarn haben vor Jahren Deutsch gefördert, um eine Barriere gegen Nordafrikaner an der Uni zu haben. Wer ein anspruchsvolleres Studium absolvieren wollte, musste Deutsch lernen. Eine Sprache zu der Nordafrikaner nicht so viel Zugang und Verwendung hatten. Darum können, wenn auch nicht mit Begeisterung, Ärzte, Ingenieure deutsch. Es empfiehlt sich darum, sehr vorsichtig in der Auswahl von Beleidigungen zu sein, man versteht deutsch;o). Ich weiss nicht ob man dieses Verfahren auch in Deutschland einführen sollte. MfG. Rainer
waffenstillstand 20.01.2010
3. Vive le français!
Zitat von Rainer HelmbrechtNa ja, unsere Nachbarn haben vor Jahren Deutsch gefördert, um eine Barriere gegen Nordafrikaner an der Uni zu haben. Wer ein anspruchsvolleres Studium absolvieren wollte, musste Deutsch lernen. Eine Sprache zu der Nordafrikaner nicht so viel Zugang und Verwendung hatten. Darum können, wenn auch nicht mit Begeisterung, Ärzte, Ingenieure deutsch. Es empfiehlt sich darum, sehr vorsichtig in der Auswahl von Beleidigungen zu sein, man versteht deutsch;o). Ich weiss nicht ob man dieses Verfahren auch in Deutschland einführen sollte. MfG. Rainer
Ich wäre auf jeden Fall dagegen, dass man Französisch als Zugangshürde einführt. Aber wenn ich lese, wie man in Frankreich die deutsche Sprache zu schätzen weiß, fände ich es auch toll, wenn man deutscherseits Gleiches mit Gleichem vergelten würde. Außerdem: Französisch ist schon eine der tollsten Sprachen der Welt. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich mit ihr zu beschäftigen. Vive le français!
flo2005 20.01.2010
4. Irrtum
Zitat von Rainer HelmbrechtNa ja, unsere Nachbarn haben vor Jahren Deutsch gefördert, um eine Barriere gegen Nordafrikaner an der Uni zu haben. Wer ein anspruchsvolleres Studium absolvieren wollte, musste Deutsch lernen. Eine Sprache zu der Nordafrikaner nicht so viel Zugang und Verwendung hatten. Darum können, wenn auch nicht mit Begeisterung, Ärzte, Ingenieure deutsch. Es empfiehlt sich darum, sehr vorsichtig in der Auswahl von Beleidigungen zu sein, man versteht deutsch;o). Ich weiss nicht ob man dieses Verfahren auch in Deutschland einführen sollte. MfG. Rainer
Ich verstehe nicht warum ein Maghrebiner weniger Zugang zu Deutsch haben soll. Tunesien und auch Algerien hatten lange und enge Kontake zur DDR und man trifft vor Ort ueberraschend viele deutschsprachige Menschen. Aber, und vielleicht meinten sie das, es handelt sich dabei um gebildelte und wissbegierige Menschen - uebrigens aus allen Schichten. Die Maer vom Rassismus durch die deutsche Sprache ist in der Tat im linkem Spektrum sehr verbreitet. Dennoch ist sie falsch. Deutsch ist in Frankreich lediglich das, was Latein in Deutschland ist.
Rainer Helmbrecht 21.01.2010
5. Titel verweigert!
Zitat von waffenstillstandIch wäre auf jeden Fall dagegen, dass man Französisch als Zugangshürde einführt. Aber wenn ich lese, wie man in Frankreich die deutsche Sprache zu schätzen weiß, fände ich es auch toll, wenn man deutscherseits Gleiches mit Gleichem vergelten würde. Außerdem: Französisch ist schon eine der tollsten Sprachen der Welt. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich mit ihr zu beschäftigen. Vive le français!
Es lohnt sich für viele Sprachen, sie zu erlernen. Aber in meinem Bekanntenkreis wird (von den Eltern ) ein großes Geschrei angestimmt, die die armen Kinder bedauern, weil man Sprachen in unserer Zeit gar nicht mehr braucht, von englisch vielleicht mal abgesehen. Lernen ist eine unzumutbare Belästigung, es nimmt die Zeit für andere Aktivitäten, Daddeln, Saufe, Chillen, da bleibt einfach keine Zeit mehr übrig;o). MfG. Rainer
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