Unentschuldigt gefehlt Schule verhängt Bußgelder gegen "Fridays for Future"-Demonstranten

Schüler hatten zwei Mal den Unterricht verpasst, weil sie gegen den Klimawandel protestierten. Jetzt werden ihre Eltern zur Kasse gebeten.
Foto: Rolf Vennenbernd/DPA

Weil ihre Kinder an einer Demonstration der Klimaschutzbewegung "Fridays for Future" teilnahmen, haben vier Mannheimer Familien Bußgeldbescheide erhalten. Sie sollen nun 88,50 Euro für unentschuldigtes Fehlen zahlen, wie das zuständige Regierungspräsidium Karlsruhe bestätigte. Zuerst hatte der "Mannheimer Morgen"  darüber berichtet.

Demnach geht es konkret um zwei Schulstunden, die die Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Mannheim verpassten. Die Familien der betroffenen Kinder hatten sich zunächst anonym bei der Zeitung gemeldet.

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Einen Antrag auf Befreiung vom Unterricht hatten die Eltern nach Angaben des Regierungspräsidiums nicht gestellt, berichtete die "Süddeutsche Zeitung".  Die Schüler seien vorab informiert worden, welche Konsequenzen ein unentschuldigtes Fernbleiben vom Unterricht hat, und es hätten mehrfach Gespräche mit ihnen stattgefunden.

In einem Brief an den "Mannheimer Morgen" nahmen die Familien auch Bezug auf die Namensgeber der Schule: "Wie kann eine Schule, die sich nach Sophie und Hans Scholl benennt, so mit Kindern umgehen, die sich politisch interessieren und engagieren?", heißt es laut der Zeitung in dem Brief. Sophie und Hans Scholl waren mit der Gruppe "Weiße Rose" im Widerstand gegen die Nationalsozialisten aktiv und wurden hingerichtet.

Nach einer Recherche des SPIEGEL gab es in Berlin, Bayern und Nordrhein-Westfalen bisher keine Bußgeldbescheide gegen Schüler wegen der Teilnahme am Klimaprotest. "Schulen haben im Frühjahr mit drastischen Konsequenzen regelrecht geprahlt, passiert ist aber nicht wirklich etwas", sagte die Anwältin Sibylle Schwarz. Es könnte sich damit um den ersten Fall handeln, in dem Klimaaktivisten von ihrer Schule mit einem Bußgeld bestraft wurden.

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