"Fridays for Future" Greta Thunberg demonstriert vor dem Weißen Haus

Freitag ist Demonstrationstag, das gilt für Greta Thunberg auch auf ihrem USA-Trip. Vor dem Weißen Haus nahm sie an einer Kundgebung von Kindern und Jugendlichen teil. Ein Treffen mit Donald Trump ist nicht geplant.

AFP

Gemeinsam mit mehreren Hundert Kindern und Jugendlichen hat Greta Thunberg vor dem Weißen Haus in Washington für den Klimaschutz demonstriert. "Gebt nie auf - wir machen weiter!", rief die junge Schwedin zum Ende der Versammlung ihren jungen Mitstreitern zu. Insgesamt hielt sie sich bei dem Marsch aber eher im Hintergrund.

Thunberg hält sich sechs Tage in der US-Hauptstadt auf, ein Treffen mit Präsident Donald Trump ist aber nicht geplant. Die Demonstrierenden warfen Trump vor, dass er ein Lügner sei. "Leugnen ist nicht die Lösung", war auf einem Plakat zu lesen. "Der Planet brennt, Trump ist ein Lügner", skandierten sie. Trump bezweifelt hartnäckig, dass der Klimawandel vom Menschen verursacht wird. Er hat dem Pariser Abkommen von 2015 zum globalen Klimaschutz den Rücken gekehrt und setzt auf die fossilen Energieträger.

Thunberg hat die an jedem Freitag weltweit stattfindenden Schülerdemonstrationen für den Klimaschutz in Gang gesetzt. Sie war Ende August in New York angekommen und nimmt seither an einer Serie von Aktionen und Treffen in den USA teil. Über den Atlantik reiste sie aus Klimaschutzgründen im Segelboot.

Kommenden Freitag, am 20. September, soll der dritte globale Klimastreik stattfinden. "Fridays for Future" zufolge sind Demonstrationen in über 350 Städten geplant. Mehr als tausend Unternehmen und Bündnisse haben im Vorfeld bereits ihre Unterstützung ausgesprochen. Auch in Deutschland werden zahlreiche Menschen auf die Straße gehen.

In Washington wird Thunberg in der kommenden Woche von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International mit einem Preis ausgezeichnet. Auch wird sie auf Einladung der oppositionellen Demokraten in einer Kongressanhörung auftreten. Anfang übernächster Woche nimmt Thunberg dann in New York an einem Klimagipfel der Vereinten Nationen teil.

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"Fridays for Future": Greta Thunberg demonstriert vor dem Weißen Haus

Thunberg ist in den USA bislang nicht so bekannt wie in Europa. Sie ist aber gerade dabei, ihren Bekanntheitsgrad deutlich zu steigern. So trat sie in der populären Talk- und Comedy-Sendung "The Daily Show" des Moderators Trevor Noah auf. Dort sprach sie unter anderem über den Unterschied zwischen Europa und den USA in der Wahrnehmung des Klimawandels. In den Vereinigten Staaten werde dieser als etwas diskutiert, "an das man glaubt oder nicht". Wo sie herkomme, werde die Klimaerwärmung dagegen als "Fakt" betrachtet.

yer/afp/dpa

insgesamt 23 Beiträge
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Seite 1
rainer-rau 14.09.2019
1. Diese Amis!
Sie lassen Kinder und Jugendliche ohne Strafandrohung für das Klima demonstrieren, sie klopfen Abgaswertbetrügern auf die Finger - vielleicht wird man eines Tages sagen: Es war nicht alles schlecht! Und gute Musik machen sie teilweise auch.
emil7685 14.09.2019
2.
Ist die Forensoftware kaputt,wird hier eisenhart durchzensiert,oder ist dieser furchtbare Thunberg-Hype wirklich endlich vorbei?
Senf-o-Mat 14.09.2019
3.
Zu Kommentar 1: Mir ist zwar nicht klar, ob das Ironie ist oder was genau Sie uns sagen wollen, aber mir sind jedenfalls Leute suspekt, die Wissenschaft und Glaubensfragen nicht auseinanderhalten können. Zu Kommentar 2: Der "furchtbare Hype" ist erst vorbei, wenn das Thema endlich in angemessener Weise ernst genommen wird, denn ansonsten ist es bald mit ganz anderen Dingen vorbei, wie z. B. dem Golfstrom oder den heutigen Küstenlinien. Dass die heutige Jugend offenbar doch um die Zukunft sorgt und fähig ist, sich politisch zu engagieren, finde ich sehr beruhigend.
claus7447 14.09.2019
4. Ich bin nicht sicher ...
Zitat von emil7685Ist die Forensoftware kaputt,wird hier eisenhart durchzensiert,oder ist dieser furchtbare Thunberg-Hype wirklich endlich vorbei?
... ob sie sich in ein paar Jahren noch über diesen "furchtbaren Hype" äussern wollen. aber vielleicht haben ihre Kinder/Enkel, Nichten ihnen bis dahin den "Marsch geblasen"!
theuwe 14.09.2019
5. Die kleine Schwedin...
...wird in den USA, wenn ich die Mimik der meisten um sie Versammelten richtig deute, nicht begeistert gefeiert sondern eher wie ein exotisches Wesen aus einer anderen Welt bestaunt. Auch Gretas Aussage in der "Daily Show" ist an Verallgemeinerungen kaum zu überbieten: wer sind denn "DIE Amerikaner" und wie kann man sagen, was "DIE" so denken? Im Gegensatz zu "DEN Europäern". Binsen und Phrasen. Und alles bar der Tatsache, dass zahlreiche hochrangige Klimaforscher (deren Erkenntnisse Greta gerne populistisch verkürzt zitiert) Amerikaner sind.
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