Globaler Klimastreik "Ich will ein heißes Date, keinen heißen Planeten"

Greta Thunberg nahm an diesem Freitag an einem Klimastreik in Kanada teil. Die Aktivistin war aber auch bei den Massen-Demos der "Fridays for Future"-Bewegung in Neuseeland, Indien oder Italien sehr präsent.

Omar Marques / SOPA Images / DPA

Wellington, Wien, Stockholm oder Neu-Delhi: Rund um den Globus haben an diesem Freitag wieder Hunderttausende meist junge Menschen für mehr Klimaschutz demonstriert. In Deutschland fielen die "Fridays for Future"-Proteste etwas kleiner aus als in der vergangenen Woche, in anderen Ländern dafür umso größer.

Allein in Italien versammelten sich nach Angaben der Organisatoren mehr als eine Million Menschen auf den Straßen - und bekräftigten die Forderungen der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg. Mit Sprechchören wie "Mit Greta retten wir den Planeten" zogen die Demonstranten in Rom rund zwei Kilometer durch die Innenstadt bis ins antike Zentrum zwischen Kaiserforen und Kolosseum. Die Erwartungen seien deutlich übertroffen worden, hieß es.

Auch aus Turin, Florenz, Cagliari, Bari und Bozen wurden Demonstrationen mit jeweils Tausenden von Teilnehmern gemeldet. In Neapel gingen Schülerinnen und Schüler mit Slogans wie "Wir wollen eine heiße Pizza, aber keinen heißen Planeten" auf die Straße. In Wien hieß es: "Ich will ein heißes Date, aber keinen heißen Planeten."

"Unsere Stadt wird die schrecklichen Konsequenzen zu spüren bekommen"

Mallorca erlebte die größte Klimaschutz-Kundgebung seit Beginn der "Fridays for Future"-Bewegung. Mindestens 5000 Demonstranten, die Plakate mit Aufschriften wie "Die Welt stirbt" und "Wir kämpfen um unsere Zukunft" trugen, zogen nach Polizeiangaben über die spanische Urlaubsinsel - unterstützt von Palmas Bürgermeister José Hila.

Hila rief in einem auf Twitter veröffentlichten Schreiben Bürger und Unternehmen dazu auf, sich am Kampf gegen den Klimawandel zu beteiligen. Der Klimawandel und dessen Folgen seien "jeden Tag deutlicher", sagte der Politiker und warnte: "Unsere Stadt, direkt an der Küste gelegen, wird zweifelsohne die schrecklichen Konsequenzen zu spüren bekommen, wenn der Meeresspiegel steigt."

Die Lehrergewerkschaften STEI und UOB hatten die Lehrkräfte der Insel dazu aufgerufen, ab 11 Uhr nicht mehr zu unterrichten, um den Schülern die Teilnahme an der Kundgebung zu ermöglichen. Demonstrationen für mehr Klimaschutz fanden am Freitag auch in vielen anderen Städten Spaniens statt.

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Greta-Effekt in Deutschland größer als in Schweden

In der schwedischen Heimat von Greta Thunberg versammelten sich unter anderem in Uppsala, Malmö, Umeå und Stockholm gegen Mittag Zehntausende Menschen, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Hier, in der schwedischen Hauptstadt, hatte die damals 15-jährige Schülerin die Klimaproteste vor einem Jahr überhaupt erst ins Rollen gebracht - als sie ab August 2018 jeden Freitag die Schule schwänzte und sich stattdessen mit einem Schild "Schulstreik fürs Klima" vor das schwedische Parlament setzte.

Thunberg gab damit den entscheidender Anstoß für die inzwischen internationale "Fridays for Future"-Bewegung. Über Monate beteiligten sich vor allem Schüler daran, inzwischen haben sich auch viele Erwachsene angeschlossen. In Deutschland finden die Kundgebungen besonderen Zulauf. Hier ist laut einer Meinungsumfrage der Greta-Effekt auf das Klimabewusstsein der Bevölkerung noch etwas größer als in Schweden.

Laut einer Befragung des Instituts Ipsos im Auftrag der Zeitung "Dagens Nyheter" gaben 17 Prozent der befragten Schweden an, von Thunbergs Botschaft bei ihrer persönlichen Einstellung in Klima- und Umweltfragen in starkem Maße beeinflusst worden zu sein. Die Umfrage erfolgte vor Thunbergs vielbeachteter Wutrede auf dem Uno-Klimagipfel am Montag in New York.

In einem ARD-"Deutschlandtrend" vor gut einem Monat hatten insgesamt 24 Prozent der Befragten gesagt, Thunberg und die Bewegung "Fridays for Future" beeinflussten sie in der Klimafrage stark oder sehr stark.

Thunberg selbst war am Freitag nicht dabei in Stockholm - sie war vor gut einem Monat anlässlich mehrerer Klimagipfel über den Atlantik in die USA gereist. Am Freitag wollte sie an einer Großkundgebung im kanadischen Montreal teilnehmen.

fok/AFP/dpa/Reuters



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Seite 1
skiddles 27.09.2019
1. Schmierenkomödie
Wer heute noch glaubt das Klima kÖnnte durch die Reduzierung von CO2 beeinflusst werden ist dumm. Ich hoffe das wir bald von diesem Albtraum aufwachen können und wissenschaftlich an die Sache herangehen anstatt auf Demagogen zu hören.
siryanow 27.09.2019
2.
B R A V O Greta Thunberg . Natürlich hat Sie Recht . Wieviel schöner wäre es wenn sie mit ihren 15 Jahren mit Freunden spielen könnte und die ersten Verabredungen mit Jungs haben könnte . So hat ihr unsere Generation ihre Jugend und evtl ihre Zukunft gestohlen . Wenn wir etwas für das Klima und für sie tun , dann raus auf die Straßen.
friedrich_eckard 27.09.2019
3.
Soviel zum Thema "Deutschland allein kann das nicht", was ja in der Sache nicht einmal falsch ist - das wird aber auch gar nicht verlangt!
Bakturs 27.09.2019
4. Schwung
Hoffentlich bleibt der weltweite Schwung der Bewegung bestehen und erhöht ihren Druck auf die Politiker.
aussenminister 27.09.2019
5. Greta thunberg
Ich fühle mich durch die Art und Weise,wie dieses Kind? Sich gibt und spricht bedroht, nicht durch das Thema,aber ich möchte,dass man mit mir vernünftig spricht,auch ein Kind,welches eigentlich mit 16Jahren schon eine junge Frau ist.
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