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CO2-Steuer und Abschaltung der Kohlekraft "Fridays for Future" stellt erstmals konkrete Forderungen an die Politik

Jeden Freitag gehen Tausende Schüler in Deutschland auf die Straße. Jetzt haben die Organisatoren von "Fridays for Future" zum ersten Mal formuliert, was sie sich konkret unter einer besseren Klimapolitik vorstellen.

180 Euro - so viel soll eine Tonne CO2 in Zukunft kosten, wenn es nach den Organisatoren von "Fridays for Future" geht. Erstmals haben die Klimaaktivisten in einem Grundsatzpapier  konkrete Forderungen an die Politik gestellt. "'Fridays For Future Deutschland' fordert die Regierungen auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene auf, die Klimakrise als solche zu benennen." Sie sollten auf allen Ebenen sofort handeln, heißt es in dem Papier.

Konkret geht es den Schülern um folgende Punkte:

  • Deutschland soll demnach bis zum Jahr 2030 aus der Kohlekraft aussteigen,
  • bis 2035 zu 100 Prozent durch erneuerbare Energien versorgt werden
  • und zusätzlich ein Nettonull in der Treibhausbilanz erreichen.
  • Bis zum Ende dieses Jahres sollten zudem bereits ein Viertel aller Kohlekraftwerke abgeschaltet werden.
  • Außerdem sollte laut Aussage der Aktivisten eine CO2-Steuer eingeführt werden. Mit der Steuer wollen die Organisatoren erreichen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

Das Forderungspapier enthalte "bewusst nur Ziele, keine Maßnahmen". Es sei die Verantwortung der Politik, den geeigneten Weg zu finden, die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels zu erreichen. Dieses Ziel wurde auch im Pariser Klimaabkommen festgehalten - inzwischen sind sich Wissenschaftler allerdings einig, dass sich diese Vorgabe nur noch durch sofortige Maßnahmen erfüllen ließe. "Uns ist bewusst, dass diese Forderungen ambitioniert sind", schreiben die Klimaaktivisten weiter.

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Seit Wochen streiken Schüler europaweit für einen besseren Klimaschutz. Weil sie dafür freitags den Unterricht verpassen, ist auf politischer Ebene ein Streit um die Demonstrationen entbrannt. Vor Kurzem verkündete FDP-Parteichef Christian Lindner, ihn mache es "fassungslos, dass Schulschwänzen von manchen Politikern heiliggesprochen wird." Kanzlerin Angela Merkel hat die Schüler hingegen unterstützt.

lmd
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