SPIEGEL ONLINE

Fridays for Future Zehntausende demonstrieren in New York - und in Kabul

Die Sorge um das Klima hat weltweit (nicht nur) junge Menschen auf die Straßen getrieben. In Manhattan führte Greta Thunberg den Protestzug an. Auch in Kabul wurde demonstriert - beschützt von Soldaten.

Die Aktivistin Greta Thunberg hat vor Zehntausenden Menschen in New York die weltweiten Klima-Demonstrationen als "Welle der Veränderung" gefeiert. "Wir sind nicht nur ein paar junge Leute, die die Schule schwänzen, oder ein paar Erwachsene, die nicht zur Arbeit gegangen sind - wir sind eine Welle der Veränderung. Zusammen sind wir nicht aufzuhalten", sagte die 16-Jährige am Freitagnachmittag (Ortszeit) im Battery Park an der Südspitze Manhattans.

"Wenn Sie zu der kleinen Gruppe von Menschen gehören, die sich von uns bedroht fühlen, dann habe ich sehr schlechte Nachrichten für Sie, denn das hier ist nur der Anfang. Es wird Veränderungen geben, ob Sie es mögen oder nicht."

Den Organisatoren zufolge waren rund 250.000 Menschen zu der Demonstration in New York gekommen, das Bürgermeisteramt der Stadt sprach von rund 60.000. Das ist für New York nicht wenig, die Metropole hat aber auch schon deutlich größere Protestzüge gesehen. Die New Yorker Schulverwaltung hatte bereits vor ein paar Tagen angekündigt, dass alle Fehlzeiten an diesem Tag entschuldigt seien.

Demos von Australien bis Afghanistan

Auch in anderen Städten der USA wie etwa Washington, Boston oder Portland gab es Demonstrationen. Zuvor waren in diversen Städten weltweit bereits Hunderttausende auf die Straßen gegangen. Aufgerufen hatte die Jugendbewegung Fridays for Future. Thunberg sprach von einem "historischen Tag". "Das ist der größte Klimastreik der Geschichte und wir sollten alle so stolz auf uns sein, denn wir haben das zusammen geschafft. (Ein Minutenprotokoll des Klimatags lesen Sie hier)

Protest in Kabul: Klare Botschaften unter strenger Bewachung

Protest in Kabul: Klare Botschaften unter strenger Bewachung

Foto: Ebrahim Noroozi/ DPA

An den weltweiten Demonstrationen gegen die Erderwärmung beteiligten sich auch Jugendliche in der fast täglich von Terroranschlägen erschütterten afghanischen Hauptstadt Kabul.

Mehrere Dutzend junge Leute demonstrierten mit Plakaten, auf denen unter anderem stand: "Bestreitet nicht länger, dass unser Planet stirbt" und "Kleine Hände können die Welt verändern". Der Demonstrationszug wurde von Soldaten mit Schnellfeuergewehren geschützt.

Die Menschen in Kabul leiden nicht nur unter den ständigen Terroranschlägen mit Hunderten Toten und Verletzten. Die Stadt wird auch von Smog geplagt, vor allem wegen der vielen Kohleöfen. Arme Menschen heizen zudem mit Plastikmüll. Der gefährliche Feinstaub übersteigt die von der Weltgesundheitsorganisation gesetzten Werte um ein Vielfaches.

In sozialen Medien wird die Regierung dazu aufgerufen, mehr gegen die Luftverschmutzung zu tun. "Wenn wir Terrorangriffe, Autobomben oder Schüsse aus dem Hinterhalt überleben, bringt uns diese Luftverschmutzung um", hieß es dort unter anderem.

jok/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.