FSJ, Bufdi und FÖJ Familienministerin will Freiwilligendienste aufwerten

Mindestens zwölf Euro mehr im Monat und einen Zuschuss zur Busfahrkarte: Familienministerin Franziska Giffey will die Freiwilligendienste für junge Menschen attraktiver machen.
Freiwilligendienst im Seniorenheim (Archivbild)

Freiwilligendienst im Seniorenheim (Archivbild)

Foto: Patrick Pleul/ picture alliance / Patrick Pleul

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey will mehr Jugendliche zu ehrenamtlichem Engagement bewegen - mit mehr Geld vom Bund. "Alle Jugendlichen sollen einen Rechtsanspruch darauf bekommen, dass ihre Freiwilligendienst-Vereinbarung vom Bund gefördert wird", sagte die SPD-Politikerin bei der Vorstellung ihres Konzepts für das künftige "Jugendfreiwilligenjahr" am Montag in Berlin.

Es solle einen Zuschuss zur Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr und bundesweit ein einheitliches Freiwilligengeld von 402 Euro geben, sagte Giffey. Zusätzlich sollten die Sozialversicherungsbeiträge garantiert werden. Der Bundesfreiwilligendienst ist als freiwilliges Engagement ein unentgeltlicher Dienst, bislang erhalten die Teilnehmer ein Taschengeld von bis zu 390 Euro.

"Unsere Gesellschaft lebt von Menschen, die sich freiwillig einbringen", sagte Giffey. Engagement brauche aber gute Rahmenbedingungen. "Genau die wollen wir mit unserem Vorschlag für ein neues 'Jugendfreiwilligenjahr' schaffen."

Der Rechtsanspruch auf Bundesförderung soll für die bestehenden Dienste, das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ), das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) und den Bundesfreiwilligendienst (BFD) für alle Teilnehmer unter 27 Jahren geschaffen werden.

Bereits zuvor hatte Giffey angekündigt, den Bundesfreiwilligendienst besonders für finanzschwache Bewerber attraktiver machen zu wollen.

Nach Angaben des Familienministeriums absolvieren derzeit jährlich mehr als 80.000 junge Menschen einen Freiwilligendienst in Deutschland, und zwar rund 53.000 im FSJ, etwa 3000 im FÖJ und rund 27.000 im BFD. Das Ausbaupotenzial sei "noch lange nicht ausgeschöpft". Bis zu 120.000 junge Menschen könnten jährlich für ein "Jugendfreiwilligenjahr" gewonnen werden, hieß es aus dem Ministerium.

Im Jahr 2018 standen den Angaben zufolge für die Freiwilligendienste rund 263 Millionen Euro im Haushalt des Familienministeriums zur Verfügung. Für 2019 sieht der Bundeshaushalt eine Steigerung um rund 65 Millionen Euro vor.

lov/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.