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Illegales Spiel: Jugendliche schießen mit Kartoffelkanone

Foto: A9999 Db Basf/ dpa

Gefährlicher Spaß Jugendliche ballern mit Kartoffelkanone

Die zwei Jugendlichen hielten ihre illegalen Waffenspiele wohl für einen witzigen Zeitvertreib: Sie verschossen Kartoffeln mit einer selbstgebauten Kanone in einem Waldstück nahe Hildesheim. Anwohner hörten die Schüsse, die Polizei machte dem gefährlichen Spiel ein Ende.

Auf den ersten Blick sieht sie aus wie ein Abflussrohr. Schaut man aber genauer hin, erkennt man die Form einer Kanone: vorne ein langer Lauf, hinten ein Stab-Feuerzeug aus Plastik als Zündung, in der Mitte Tank für das Treibgas.

Mit dieser Waffe haben zwei Jugendliche am Donnerstag die Bewohner von Diekholzen in der Nähe von Hildesheim gehörig erschreckt. Zeugen berichteten von Schüssen, die sie in der Nähe eines Waldes gehört hatten. Sie riefen die Polizei, die bald eintraf - und sich mit eigenen Ohren von den Schüssen überzeugen konnten.

In dem Waldstück stellten die Beamten zwei Jugendliche, 17 und 18 Jahre alt. Die beiden trugen eine selbstgebaute Kartoffelkanone. Mit der Plastikkonstruktion hätten sie steil in die Luft geschossen, teilte die Polizei in Hildesheim mit. Die Kartoffeln seien dabei über 50 Meter weit geflogen.

Die Jugendlichen mussten die Kanone abgeben

Was erst lustig klingt, ist gar nicht so harmlos: Immer wieder kommt es bei Kartoffelkanonen-Spielen zu ernsthaften Verletzungen.  Die Kanonen sind beliebt, weil billig und relativ einfach herzustellen. Schon mit Plastikteilen im Wert von rund zwölf Euro lässt sich eine Kanone mit großer Schusskraft basteln.

Wegen ihrer selbstgebauten Kartoffelkanone müssen sich die Jugendlichen nun auf weitere Ermittlungen des Landeskriminalamtes einstellen, denn ihr Gerät verstieß gegen das Waffengesetz. Die Polizei wies erneut auf die Gefährlichkeit selbstgebauter Kartoffelkanonen hin. Bei Schießtests seien Kartoffeln schon bis zu 300 Meter weit geflogen, immer wieder sei es zu Verletzungen gekommen. Eine Gefahr sei dabei nicht nur die verschossene Knolle, auch mit Teilen der selbstgebauten Kanone hätten sich Schützen schon verletzt.

Die beiden Amateurschützen aus Hildesheim wurden von der Polizei wieder freigelassen, nachdem sie ihre illegale Waffe und das Haarspray, das die Jungen als Treibmittel verwendeten, den Beamten übergeben hatten. Der 17-Jährige wurde zu seinen Eltern nach Hause gebracht. Die Munition, ein Sack Kartoffeln, duften sie behalten.

mer/dapd