Geheime Schülerzeichnungen Ich schmier' mir eine!

Wer kennt das nicht aus seiner Schulzeit? Oder aus Meetings im Büro? Der Lehrer oder der Kollege halten öde Vorträge - und man beginnt aus lauter Langeweile, vor sich hinzukritzeln. Doch was kommt dabei raus? Zehn Hamburger Schüler zeigen, was sie heimlich im Unterricht malen.

Von Heike Sonnberger


Hör zu und schmier nicht in dein Heft! Wer sich solche Sprüche von Lehrern einfängt, sollte vielleicht etwas unauffälliger während der Schulstunde Comics oder Herzchen malen.

Oder er kontert mit wissenschaftlichen Erkenntnissen: Forscher von der britischen Plymouth University fanden heraus, dass man sich Dinge besser merken kann, wenn man beim Zuhören vor sich hinkrakelt. Sie spielten ihren Probanden eine langweilige Telefonnachricht vor - und die Hälfte durfte nebenbei Figuren ausmalen. Das Ergebnis: Wer gekritzelt hatte, erinnerte sich hinterher besser an die Namen und Orte aus der Telefonansage.

Ob es nun beim Konzentrieren hilft oder einfach nur in unerträglichen Schulstunden vor dem Einschlummern bewahrt - Schüler malen alles voll. Dass dabei so etwas wie Kunst entstehen kann, zeigen zehn Hamburger Gymnasiasten. Für den SchulSPIEGEL öffneten sie Hefte und Blöcke und kramten Timer, Mäppchen und Zettel hervor. Zum Vorschein kamen schnauzbärtige Kekse, Sonnen à la Spongebob und eine Welt, in der sich alle lieben.

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Bildchen auf Heft und Haut: Schmieren hilft beim Konzentrieren



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Michael Giertz, 08.11.2011
1. Rumkritzeln steigert die Aufmerksamkeit
Zitat von sysopWer kennt das nicht aus seiner Schulzeit? Oder aus Meetings im Büro? Der Lehrer oder der Kollege*halten öde Vorträge - und man*beginnt aus lauter Langeweile, vor sich hinzukritzeln. Doch was kommt dabei raus? Zehn Hamburger Schüler zeigen, was*sie heimlich im Unterricht malen. http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,795313,00.html
Lustigerweise ist das Rumkritzeln für mich die einzige Möglichkeit gewesen, dem Unterricht zu folgen ohne einzuschlafen - egal um nun in Realschule oder später in der Technikerausbildung. Zeichnen hat irgendwie meine Aufmerksamkeit deutlich erhöht - viel mehr als konzentriertes Zuhören. Immer dann, wenn ich konzentriert zugehört hab, bin ich irgendwann ermüdet - und der Rest ging in ein Ohr rein und zum anderen raus. Sobald ich rumgekritzelt hab, ging's ins Unterbewuste - und dort setzte es sich fest. Lernen? Hmm, ich hab für keine einzige Prüfung richtig lernen müssen, auch für keine Klassenarbeit. Hat trotzdem nur sehr selten schlechtere Noten als 'ne drei gegeben, eher zweier und einser. Also aus eigener Erfahrung sag ich mal: rumkritzeln stärkt die Aufmerksamkeit. Solange man noch seinen Hefter führen kann ...
Reg Schuh 08.11.2011
2. .
Zitat von sysopWer kennt das nicht aus seiner Schulzeit? Oder aus Meetings im Büro? Der Lehrer oder der Kollege*halten öde Vorträge - und man*beginnt aus lauter Langeweile, vor sich hinzukritzeln. Doch was kommt dabei raus? Zehn Hamburger Schüler zeigen, was*sie heimlich im Unterricht malen. http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,795313,00.html
Das weckt schöne Erinnerungen. Wir hatten damals eine beträchtliche Menge an Bilderwitzen gezeichnet, fast immer über uns selbst, oder manchmal auch über aktuelle Dinge im Zusammenhang des Mathelehrers. Meistens ging es um persönliche Eigenheiten wie des einen Körperfülle, des anderen Frisur oder des dritten Kurzsichtigkeit. Das ganze wurde sehr kreativ, teilweise richtig künstlerisch, und keiner hat dem anderen was übelgenommen, auch wenn es teilweise recht deftiges Material war. Das hat uns sechs regelrecht zusammengeschweißt. Und so sehr vom Aufpassen hatte es auch nicht abgelenkt...
hellknight 08.11.2011
3. Bei uns eher nicht so lustig gewesen...
Wir hatten im Gymnasium zwar auch viele Bilderchen im Unterricht hingekritzelt, aber die meisten Lehrer waren mehr oder weniger empört...deren übliche Ausrede: "Du machst den Tisch schmutzig, wisch weg!", "Mann, du kannst auch zuhause malen, hier wird aufgepasst und gelernt!" oder "Sag' mal, geht's noch? Pack das weg oder ich trag' 'nen 6 ein!" Das alles finde ich sehr peinlich, weil dann die Lehrer offenbaren, dass sie offensichtlich noch aus den Bismarckschen Zeit stammen. Und das, obwohl wir hauptsächlich Papier als Malunerlagen nehmen... Aber es gab auch eher freundliche Gegenteile: "Mir ist egal, was du im Unterricht tust. Hauptsache, du bist ruhig und kannst gute Noten schreiben. Aber bitte mit Malen nicht übertreiben." Natürlich sind Kritzeleien auf dem Tisch ein berechtigtes Ärgernis für die Putzkolonne, aber ich habe nur wenige Sachen auf dem Tisch gesehen, meistens sehe ich die Zeichnungen auf dem Papier, ganz einfach auch weil Papier zum Mitnehmen nicht soviel wiegt. ;-)
bourne 08.11.2011
4.
In meinem Jahrgang sind derzeit Karikaturen und Parodien auf den Tischen sehr beliebt.. Es ist immer wieder schön etwas aktuelles oder einen wohl bekannten Lehrer in seiner typischen Pose auf den Tisch gekritzelt vorzufinden und die Stunde mit einem Schmunzeln zu beginnen! ;) "Früher", also vor etwa 3-4 Jahren waren "Zeichen-Kämpfe" bei uns sehr beliebt: Der eine malt irgendetwas, der nächste muss es irgendwie besiegen. Der Dinosaurier frisst den Power Ranger, der Saurier wird von Chuck Norris mit einem Roundhouse-Kick aus dem Rennen befördert usw. :D So überlebt man sogar Mathe, dass man dabei allerdings sehr viel zuhört ist unwahrscheinlich.
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