Gerichtsurteil Joint-Raucher zu Recht von der Schule verwiesen

Wer auf dem Schulhof einen Joint raucht und zudem ständig den Unterricht schwänzt oder stört, kann von der Schule fliegen. Das haben Koblenzer Richter entschieden, ein Achtklässler hatte mit seiner Klage keine Chance.


Der Hauptschüler aus Bad Kreuznach hatte bereits eine stattliche Liste von Einträgen: Allein im ersten Halbjahr des laufenden Schuljahres fehlte er an 23 Tagen unentschuldigt, störte und provozierte Mitschüler wie Lehrer. Der 14-Jährige rauchte auf dem Schulgelände und kosumierte schon im Dezember während der Schulzeit Drogen, wie das Verwaltungsgericht Koblenz feststellte.

Hat in der Schule rein gar nichts zu suchen: Joint
DPA

Hat in der Schule rein gar nichts zu suchen: Joint

Erwischt wurde er schließlich, als er "mit drei anderen Schülern am 22. April einen Grasjoint hergestellt und konsumiert hat", so die Koblenzer Richter. Zunächst gab der Schüler das auch zu, bestritt es aber nachträglich und sagte, er habe gegenüber der Polizei nur gestanden, um einen Mitschüler zu schützen.

Die Schule nahm ihm das nicht ab, das Gericht ebensowenig, zumal der Schüler eingeräumt hatte, schon zuvor mit Drogen in Kontakt gekommen zu sein. Die Gesamtkonferenz der Hauptschule reagierte zügig: Schon sechs Tage, nachdem der Joint kreiste, schloss sie den Achtklässler vom Schulbesuch aus, der Schulleiter teilte ihm den Sofortvollzug am 3. Mai mit.

Der Schüler klagte, weil er zumindest noch das Schuljahr abschließen wollte. Die Richter lehnten das jedoch eindeutig ab: Der Jugendliche müsse die Schule verlassen, um andere Schüler nicht negativ zu beeinflussen oder zu stören. Ein Verbleib wäre eine "ernstliche Gefahr für die Erziehung, die Sicherheit und die Unterrichtung der anderen Schüler". Die Schule habe das Recht, Rauschgiftkonsum mit schärfsten Sanktionen zu begegnen (Aktenzeichen 7 L 1541/04).

Im Eilverfahren betonte das Gericht ausdrücklich, dass der Widerspruch des Hauptschülers auch im Hauptsacheverfahren "aller Voraussicht nach ohne Erfolg bleiben wird". Erziehungsmaßnahmen wie das Führen eines Tagebuchs und Gespräche mit den Eltern hätten zuvor nicht gefruchtet, der Schüler habe die Bewährungsmöglichkeiten nicht ernst genommen. Zudem bleibe ihm die Möglichkeit, an einer anderen Hauptschule in zumutbarer Entfernung seiner Schulpflicht nachzukommen.



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.