Berechnung von Flugzeugkurs Abi-Aufgabe erinnert an Germanwings-Unglück

In einer Berliner Abiturprüfung sollten Schüler den Kurs eines Flugzeugs berechnen, das in Richtung eines Berges fliegt. Wenige Wochen nach dem Germanwings-Absturz sorgt das für Kritik.
Mathe-Abi in Berlin: "Denkbar peinlich"

Mathe-Abi in Berlin: "Denkbar peinlich"

Foto: Hendrik Schmidt/ dpa

Eine Mathematik-Abituraufgabe hat in Berlin Erinnerungen an die Germanwings-Katastrophe hervorgerufen und Kritik ausgelöst. Wie der "Tagesspiegel" berichtet , sollten Schüler der Mathematik-Grundkurse in der vergangenen Woche eine umstrittene Textaufgabe lösen: Unter der Überschrift "Gebirgsflüge" mussten sie unter anderem den Kurs eines Flugzeugs berechnen, das in Richtung eines Berges fliegt. Die Schüler sollten dem Bericht zufolge nachweisen, dass die Bergspitze nicht auf der Flugbahn liegt.

Laut "Tagesspiegel" war in der Aufgabe sogar eine Grafik abgebildet, auf der ein Berg und die Fluglinie zu sehen sind. Eine Teilaufgabe lautete demnach: "In Punkt P ändert der Flugkapitän seinen Kurs und fliegt in Richtung Q. Bestimmen Sie eine Geradengleichung für den neuen Kurs."

Ein Mathematiklehrer wirft der Senatsbildungsverwaltung nun fehlendes Fingerspitzengefühl vor. "In der aktuellen Situation, wenige Wochen nach dem Germanwings-Unglück, ist eine solche Aufgabenstellung denkbar peinlich", sagte Hans Jürgen Kleist, der am Canisius-Kolleg in Berlin unter anderem Mathematik unterrichtet, dem "Tagesspiegel".

Bei der Senatsbildungsverwaltung sei man sich des Problems bewusst, sagte Sprecherin Beate Stoffers. Wenn es möglich gewesen wäre, hätte man die Aufgaben sicher getauscht: "Leider ist eine so kurzfristige Änderung der Aufgaben organisatorisch kaum leistbar: Der Druck der Abituraufgaben erfolgte im Februar."

Bei dem Germanwings-Absturz starben am 24. März alle 150 Menschen an Bord der Maschine.

mia/dpa
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