Loriot-Figur-Skandal Senatorin will teurere Geschenke für Lehrer erlauben

Weil ihr Abiturkurs ihr zum Abschied eine Loriot-Skulptur schenkte, musste eine Berliner Lehrerin eine empfindliche Strafe zahlen. Nun will Schulsenatorin Sandra Scheeres die Anti-Korruptions-Regeln lockern.
Diese beiden Herren als Skulptur bekam eine Berliner Lehrerin als Dank von ihren Schülern - daraufhin ermittelte die Staatsanwaltschaft

Diese beiden Herren als Skulptur bekam eine Berliner Lehrerin als Dank von ihren Schülern - daraufhin ermittelte die Staatsanwaltschaft

Foto: imago

Der Fall hatte zu Jahresbeginn bundesweit für Schlagzeilen gesorgt: Eine Berliner Lehrerin musste eine Geldauflage von 4000 Euro zahlen, weil sie von ihrem Abiturkurs ein zu teures Abschlussgeschenk angenommen hatte. Die Schüler hatten zusammengeworfen, um der Lehrerin mit einer Skulptur für ihren Einsatz zu danken. Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen die Frau wegen Bestechlichkeit.

Nun will Berlins Schulsenatorin Sandra Scheeres die Anti-Korruptionsregeln für Lehrer lockern. Nach dem Willen der SPD-Politikerin soll die Höchstgrenze für Geschenke an Lehrer von zehn auf 30 Euro angehoben werden. Das sagte ihre Sprecherin SPIEGEL ONLINE und bestätigte einen Bericht des "Tagesspiegels" .

Noch handelt es sich nur um einen Vorschlag. Die Senatsverwaltung will nun einen entsprechenden Entwurf ausarbeiten. Wann die neue Höchstgrenze für Lehrergeschenke in Kraft treten soll, ist noch unklar. Mit 30 Euro wäre Berlin im Bundesvergleich im oberen Bereich, sagte eine Sprecherin.

Zuvor war in Berlin über eine neue einheitliche Regelung diskutiert worden, wonach für alle Beamten und Angestellten des Landes eine Höchstgrenze für Geschenke gelten würde. Die Innenverwaltung lehnte eine allgemeine Anhebung der Zehn-Euro-Grenze aber ab. Das heißt also: Ein Blumenstrauß für 12 Euro als Dankeschön wäre bei einem Lehrer künftig unproblematisch, ein Feuerwehrmann müsste ihn aber ablehnen, um nicht in Korruptionsverdacht zu geraten.

Im konkreten Fall der Lehrerin hätte die Neuregelung allerdings trotzdem nichts geändert: Die Skulptur der zwei Herren in der Badewanne aus dem berühmten Loriot-Sketch, die sie zum Abschied erhielt, hatte 200 Euro gekostet - sie wäre also immer noch 170 Euro zu teuer gewesen.

bkr