Ausbildungsberuf nach Geschlecht Frauen mögen Blumen, Männer lieben Autos

Rollenbilder in Ausbildungsberufen sind sehr stabil. Die Geschlechterverteilung hat sich seit 2005 kaum verändert, meldet das Bundesinstitut für Berufsbildung. Frauen zeigen sich allerdings flexibler als Männer: Sie entscheiden sich eher für männerdominierte Jobs als umgekehrt.
Kfz-Mechatronikerin: Frauen zieht es nur "schleppend" in männlich dominierte Berufe

Kfz-Mechatronikerin: Frauen zieht es nur "schleppend" in männlich dominierte Berufe

Foto: DPA

An der Geschlechterverteilung bei den Ausbildungsberufen hat sich in den vergangenen Jahren kaum etwas geändert. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des Bonner Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

Demnach findet das jeweils andere Geschlecht "nur sehr schleppend" in weiblich oder männlich dominierte Berufe. Immerhin haben junge Frauen in sieben männerdominierten Berufen ihren Anteil im Vergleich von 2005 auf 2012 um mindestens vier Prozentpunkte gesteigert. Das bedeutet teilweise eine Verdoppelung, wenngleich von einem recht niedrigen Niveau, so die Berufsforscher.

Am meisten zugelegt hat der Frauenanteil in der Ausbildung zum Fertigungsmechaniker (plus 6,3 Prozent). In diesem Industrieberuf stehen mittlerweile 14,2 Prozent Frauen an den Fräsen und Werkbänken. Allerdings konnte nur in sechs weiteren Ausbildungsberufen ein nennenswerter Zuwachs beim Frauenanteil festgestellt werden: Beim Bauten- und Objektbeschichter, zu denen etwa Stuckateure oder Trocken- und Fassadenbauer gehören, stieg der Anteil um 5,6 Prozent. Im Bäckerhandwerk schafften die Frauen ein Plus von 5,3 Prozent. Auch bei den Berufen Maler und Lackierer (plus 5,1 Prozent), Fluggeräte-Mechaniker (plus 5,1 Prozent), Fahrzeuglackierer (plus 4,9 Prozent) und Holzmechaniker (plus 4,0 Prozent) legten Frauen entsprechend zu. In den Berufen Fachinformatiker und Schornsteinfeger ist der bereits niedrige Frauenanteil nochmals gesunken.

Männerzuwachs im Fachverkauf des Lebensmittel-Handwerks

Bei bislang weiblich dominierten Berufen nahm der Frauenanteil sogar eher zu als ab, etwa bei Gestalterinnen für visuelles Marketing, Tourismuskauffrauen oder Floristinnen. In den vergangenen sieben Jahren stieg lediglich in einem frauendominierten Beruf der Männeranteil um mehr als vier Prozentpunkte: als Fachverkäufer im Lebensmittel-Handwerk.

Ein Blick auf die langfristige Entwicklung von 1980 bis 2011 zeigt immerhin: Brachten es vor gut 20 Jahren nur 5 Prozent aller weiblichen Azubis in einer männerdominierten Ausbildung zum Berufsabschluss, hat sich ihr Anteil inzwischen auf gut 10 Prozent verdoppelt. Die Betriebe seien "gut beraten, hier stärker über den Tellerrand zu schauen", sagte BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser. "Nur so erschließen sie sich alle Potentiale, um die dringend benötigten Auszubildenden zu finden."

jon/AFP
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