Gewalt in der Schule Zwei Mobbingopfer in jeder Klasse

Schikanen, Hänseleien und Gewalt kommen in jeder Schule vor. Statistisch gibt es einer neuen Studie zufolge zwei Opfer pro Klasse - wer es wird, bestimmt die Gemeinschaft.

Nach einer neuen Studie gibt es in jeder Schulklasse ein bis zwei Mobbing-Opfer. Im Durchschnitt ist jeder siebte Schüler als Opfer oder Täter in ein Mobbingproblem verwickelt, heißt es in einer Untersuchung der Universität München, die am Montag bei einer Fachtagung der Aktion Jugendschutz (ajs) und des Fachverbandes für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg e.V. in Stuttgart zitiert wurde. Schulverweigerung oder körperliche Beschwerden sind demnach die Folgen für die Opfer.

Die Aktion Jugendschutz definiert den Begriff Mobbing als das systematisch wiederholte Schikanieren von Einzelnen über einen längeren Zeitraum hinweg. Bei der Veranstaltung informieren sich 120 Lehrer und Sozialpädagogen aus Schule und Jugendhilfe über Möglichkeiten der Prävention und der angemessenen Intervention.

Vor allem in Zwangsgemeinschaften wie Schule oder Kindergarten werden demnach Kinder gemobbt. Opfer könne jeder werden. Entscheidend sei nicht Person oder Verhalten des Opfers, sondern die Zuschreibung der Opferrolle durch die Täter. Die Gruppe spiele dabei eine zentrale Rolle. Täter fänden Unterstützung durch einen Teil der Mitschüler. Aus Angst, selbst in die Gewaltspirale hinein gezogen zu werden, schweige der Rest und billige damit das Geschehen.

Die ajs betonte, dass Kompetenzlücken bereits in der Ausbildung von Erziehern und Lehrern geschlossen werden müssten. Denn falsche Interventionen lasse die Gewalt weiter eskalieren. Sogar Streitschlichtung durch Schüler oder Lehrer helfe bei Mobbing nicht weiter, weil es sich dabei nicht um einen beidseitig verursachten Konflikt handele, sondern um einseitige Gewalt. Schulsozialarbeit sei eine unverzichtbare Unterstützung für die Lehrer, deshalb solle die Landesregierung schnellstmöglich wieder in die Finanzierung einsteigen.

cpa/dpa

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