Klimaaktivistin Greta Thunberg erhält Kinderfriedenspreis

Vom Alternativen Nobelpreis bis zur Goldenen Kamera: Greta Thunberg hat bereits diverse Auszeichnungen bekommen, jetzt erhielt sie wieder eine. Die muss sie sich allerdings teilen.

Ausgezeichnet: Greta Thunberg mit dem Prix Liberté im französischen Caen
ZUMA Press/ imago images

Ausgezeichnet: Greta Thunberg mit dem Prix Liberté im französischen Caen


Allmählich könnte der Platz für all die Trophäen knapp werden. Seitdem Greta Thunberg die Fridays for Future-Bewegung ins Rollen brachte, sammelt sie eine Auszeichnung nach der anderen ein. Am Mittwoch wurde die 16-Jährige in Den Haag mit dem Kinderfriedenspreis von "KidsRights", einer internationalen Organisation für Kinderrechte, geehrt. Schirmherr ist der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu.

Thunberg teilt sich den Preis mit der 14-jährigen Divina Maloum aus Kamerun, die für ihren Einsatz für Kinder in ihrem Land geehrt wurde. Die schwedische Aktivistin, Symbolfigur der Protestwelle gegen den Klimawandel, konnte bei der Preisverleihung allerdings nicht persönlich anwesend sein. Die deutsche Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer nahm den Preis für sie stellvertretend entgegen.

Divina Maloum (r.) und Luisa Neubauer bei der Preisverleihung in Den Haag
Sem van der Wal/AFP

Divina Maloum (r.) und Luisa Neubauer bei der Preisverleihung in Den Haag

Thunberg segelt gerade mit einer bekannten YouTube-Familie von den USA über den Atlantik zurück nach Europa. Anfang Dezember will sie rechtzeitig zur nächsten Uno-Klimakonferenz in Madrid sein. Der Katamaran mit Thunberg an Bord ist derzeit in Richtung Azoren unterwegs.

Diverse Preise und eine Million Kronen

Der Kinderfriedenspreis reiht sich in eine ganze Serie von Auszeichnungen, die Greta Thunberg im Jahr 2019 bekam: Der französischen Prix Liberté war ebenso darunter wie der "Botschafter des Gewissens"-Award von Amnesty International und der Rachel-Carson-Preis, ein internationaler Umweltschutzpreis.

Die bekannteste und prestigeträchtigste Ehrung für Thunberg dürfte der Alternative Nobelpreis sein. Dieser Right-Livelihood-Preis, zu Deutsch: "Preis für die richtige Lebensweise", so der offizielle Name, wird seit 1980 jedes Jahr in Stockholm verliehen - am 4. Dezember 2019 zum 40. Mal. Neben der Klimaaktivistin werden Kämpferinnen und Kämpfer für Frauenrechte und Minderheiten geehrt. Das Preisgeld beträgt jeweils eine Million schwedische Kronen, umgerechnet 94.000 Euro.

Sogar die Goldene Kamera

Eine Auszeichnung, die manche zunächst verwunderte, erhielt Greta Thunberg Ende März in Berlin: die Goldene Kamera, eine Trophäe für Film- und Fernsehschaffende. Thunberg bekam hier einen Sonderpreis für Klimaschutz - und nutzte ihren Auftritt bei der Preisverleihung für einen flammenden Appell zur Rettung des Weltklimas: "Wir stehen jetzt an einem Scheideweg unserer Geschichte", sagte sie. Von den Zuschauern im Saal bekam sie Standing Ovations.

Dabei sieht Greta Thunberg selbst die eine oder andere Auszeichnungen durchaus kritisch, wie sie Ende Oktober deutlich machte. Da hatte sie den Umweltpreis des Nordischen Rates zugesprochen bekommen - und ihn umgehend abgelehnt.

Sie danke dem Nordischen Rat zwar für die Auszeichnung, die eine große Ehre darstelle, schrieb Thunberg auf Instagram. Die Klimabewegung brauche jedoch keine weitere Preise, sondern Politiker, die auf die Erkenntnisse der Wissenschaft hörten. Der Preis wäre mit 350.000 dänischen Kronen (rund 47.000 Euro) dotiert gewesen.

Selbst für den Friedensnobelpreis war Thunberg als mögliche Kandidatin gehandelt worden. Den erhielt sie jedoch nicht.

kfr/dpa

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