15 Tage auf See Greta Thunberg in New York angekommen

Weder das schlechte Wetter noch der Sturm im Internet haben sie aufgehalten: Die Klimaaktivistin Greta Thunberg hat nach 15 Tagen auf dem Atlantik die USA erreicht.


Schon Stunden vor der Ankunft zeichneten sich die Lichter von Manhattan am Horizont ab: Klimaaktivistin Greta Thunberg hat nach 15 Tagen auf dem Atlantik gegen 21 Uhr deutscher Zeit mit einer Rennjacht New York erreicht. "All das hier ist sehr überwältigend. Der Boden wackelt noch", sagte sie nach ihrer Ankunft. Die Überquerung des Atlantiks sei "überraschend gut" gewesen.

Am 14. August war die "Malizia II" im südenglischen Plymouth in See gestochen, um rund 3000 nautische Meilen (5500 Kilometer) über den Atlantik in die USA zu fahren - klimaneutral. Die Rennjacht kann ausschließlich von Wind und den Strömungen angetrieben werden, der Strom an Bord wird von Solarzellen und Unterwasserturbinen erzeugt.

Aufgrund des kräftigen Windes, der die Segeljacht "Malizia II" zuletzt angetrieben hatte, hatte Thunberg zunächst mit einer Ankunft am Dienstag gerechnet. Der Wind nahm jedoch ab, genauso wie das Tempo der Rennjacht.

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Klimaaktivistin in New York: Make America Greta Again

Zuletzt musste die Crew mehrere Stunden vor Coney Island ankern. Die Einfahrt in den Hafen war erst mit der Flut möglich.

Thunberg will in New York unter anderem am Uno-Klimagipfel im September und an mehreren Klimaprotesten teilnehmen.

Die Vereinten Nationen haben Thunberg mit 17 Segelbooten auf der Wasserfläche vor der Skyline begrüßt. Jedes von ihnen stehe für eines der Uno-Nachhaltigkeitsziele und war mit einem entsprechenden Symbol auf dem Segel versehen. Zu den Zielen gehören neben dem verstärkten Einsatz in der Klimakrise auch der Kampf gegen Armut oder für die Gleichberechtigung von Frauen.

An Bord der Segeljacht "Malizia II" waren neben dem norddeutschen Segelprofi Boris Herrmann und Aktivistin Thunberg auch ihr Vater Svante, der Filmemacher Nathan Grossmann sowie Herrmanns Segelpartner Pierre Casiraghi, Sohn der Prinzessin Caroline von Monaco.

Immer wieder hatten sowohl die Aktivistin als auch Segler Boris Herrmann Updates von ihrer Reise auf Twitter gepostet - inklusive wackliger Videos bei Sturm und Bilder, auf denen blauer Himmel zu sehen ist. Wer wollte, konnte über eine Webseite die Route live mitverfolgen.

Viel Wind und hohe Wellen sorgten vor allem in den letzten Tagen für raue Bedingungen an Bord. Ausgemacht hat es ihr offenbar nichts. "Ich habe mich nicht einmal seekrank gefühlt", sagte sie in New York. Am Freitag wolle sie an einem Klimaprotest vor dem Gebäude der Vereinten Nationen teilnehmen.

Für ihre Reise war Thunberg zuletzt allerdings stark kritisiert worden: Die Tageszeitung "taz" hatte nachgerechnet, wie viel CO2 Thunbergs Route über den Atlantik tatsächlich verursachte - inklusive der Flüge für die Crew, die die Jacht wieder zurücksegeln sollte. Der Vorwurf: Wäre Thunberg selbst geflogen, wäre das klimafreundlicher gewesen.

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Fotos aus dem Inneren der "Malizia II": Dieses Schiff bringt Greta Thunberg in die USA

Das Segelteam wehrte sich gegen die Kritik an den Transatlantikflügen: Nach Teamangaben sind insgesamt vier Flüge erforderlich - und nicht sechs, wie viele Medien berichtet hätten. Vier Flüge wären ebenfalls angefallen, wenn die schwedische Klimaaktivistin Thunberg und ihr Vater von Europa zum Sonderklimagipfel in New York und zurück geflogen wären, anstatt mit der "Malizia II" zu segeln. Außerdem würden alle Flüge durch Kompensationszahlungen ausgeglichen.

faq/sun/hba/dpa

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