Klimaaktivistin Greta Thunberg "Trump hat womöglich geholfen"

Ein Fan von Donald Trump wird Greta Thunberg nicht mehr. Vor ihrer Abreise aus den USA äußerte sich die Klimaaktivistin dennoch positiv über den US-Präsidenten - allerdings mit einem vergifteten Kompliment.

Greta Thunberg vor der Atlantik-Überfahrt: "Er ist so extrem, und er sagt so extreme Dinge"
REUTERS

Greta Thunberg vor der Atlantik-Überfahrt: "Er ist so extrem, und er sagt so extreme Dinge"


Ein Treffen mit Donald Trump hatte Greta Thunberg schon vor ihrer Reise nach Nordamerika als "Zeitverschwendung" ausgeschlossen. Als sich beide in New York bei den Vereinten Nationen zufällig über den Weg liefen, sorgte die eisige Reaktion der schwedischen Klimakämpferin für einen viralen Moment. Nun ist ihr Trip beinahe beendet - und die Schwedin hat noch einige Abschiedsworte an den US-Präsidenten gerichtet.

Dieser hat mit seinen teils drastisch geäußerten Zweifeln am Klimawandel laut Thunberg womöglich genau das Gegenteil von dem erreicht, was er erreichen will. "Er ist so extrem, und er sagt so extreme Dinge, dass ich denke, dass Menschen in gewisser Weise dadurch aufgewacht sind", sagte sie in Hampton im US-Bundesstaat Virginia. Die 16-Jährige will von der US-Ostküstenstadt am Mittwoch (Ortszeit) auf einem Segelschiff die Rückreise nach Europa antreten.

"Als er gewählt wurde, habe ich mir gesagt, dass die Menschen jetzt aufwachen werden, dass die Menschen aufwachen müssen", sagte Thunberg weiter. "Er hat also womöglich geholfen." Thunberg sorgt seit dem Beginn ihrer Klimastreikbewegung "Fridays for Future" vor rund einem Jahr für Aufsehen. Inzwischen ist die 16-Jährige zur globalen Ikone im Kampf gegen den Klimawandel geworden und hat weltweit Millionen Menschen mobilisiert.

Die Schwedin weigert sich aus Gründen des Klimaschutzes, in ein Flugzeug zu steigen. Deshalb hatte sie sich Ende August an Bord eines Segelbootes begeben, um vom südenglischen Plymouth nach New York zu segeln, wo sie im September am Uno-Klimagipfel teilnahm. Anschließend reiste sie mit dem Zug und mit einem von Schauspieler Arnold Schwarzenegger geliehenen Elektroauto durch die USA und Kanada.

Reise sollte nach Chile gehen - doch dann fiel die Konferenz aus

Ziel von Thunbergs langer Reise war eigentlich die chilenische Hauptstadt Santiago, wo vom 2. bis 13. Dezember die nächste Uno-Klimakonferenz stattfinden sollte. Nach der Absage Chiles wegen der dortigen sozialen Proteste soll das Treffen nun zum gleichen Termin in Madrid stattfinden - Thunberg suchte deshalb über das Internet eine Rückkehrgelegenheit nach Europa.

Auf den Hilferuf der 16-Jährigen meldete sich ein australisches Paar: Elayna Carausu und Riley Whitelum leben mit ihrem elf Monate alten Sohn auf einem 14 Meter langen Katamaran. Mit diesem wollen sie Thunberg und ihren Vater nun nach Europa bringen. Losgehen soll es am Mittwochmorgen in Hampton.

jok/AFP

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