Klimagipfel in New York Als Greta Thunberg auf Donald Trump traf

Ein offizielles Treffen von Aktivistin Greta Thunberg und US-Präsident Donald Trump sollte es am Rande des Klimagipfels nicht geben. Nun sorgt eine kurze, ungeplante Begegnung der beiden für Schlagzeilen.

Andrew Hofstetter/ REUTERS

Der Moment dauerte nur wenige Sekunden, doch ein Video davon sorgt derzeit in den sozialen Netzwerken für Aufsehen und in zahlreichen Medien für Schlagzeilen: Am Rande des Klimagipfels in New York sind sich Greta Thunberg und Donald Trump begegnet.

Der US-Präsident kam unangekündigt zum Klimagipfel in New York. Als er gerade auf dem Weg in die Halle der Uno-Vollversammlung war, wurde er im Gang von Journalisten abgefangen und unter anderem zu einem möglichen Treffen mit Irans Präsident Hassan Rohani befragt. Nur wenige Meter entfernt stand zu diesem Zeitpunkt die 16-jährige Klimaaktivistin. Trump nahm keine Notiz von ihr. Thunberg blickte Trump mit ernster Miene hinterher.

Das Video von diesem kurzen Moment und ein passendes Gif von Thunbergs Blick wird in den sozialen Netzwerken vielfach geteilt. "Wenn ein Bild mehr sagt als 1000 Worte, dann sagt dieses Gif 100.000", kommentierte beispielsweise die Nachrichtenseite "Now This". Das "New York Magazin" scherzte: "Greta Thunberg trägt mit ihrem sengenden Blick aus Versehen zur Erderwärmung bei." Und die US-Abgeordnete Sheila Jackson Lee teilte einen Tweet mit den Worten "Wir sind alle Greta Thunberg".

Trump hat sich mehrfach skeptisch dazu geäußert, ob es den Klimawandel überhaupt gibt und falls ja, ob er vom Menschen verursacht ist. Die USA - einen der größten Verursacher von Treibhausgasen - hat Trump aus dem internationalen Pariser Klimaschutzabkommen zurückgezogen.

Thunberg hingegen setzt sich seit Monaten lautstark für mehr Engagement in der Klimapolitik ein. Ein Treffen mit Trump hatte sie im Vorfeld ihrer USA-Reise bereits abgelehnt - sie wolle ihre Zeit nicht damit verschwenden. In New York klagte Thunberg nun die Staats- und Regierungschefs an. "Ihr habt meine Träume und meine Kindheit gestohlen mit euren leeren Worten", sagte sie mit Tränen in den Augen. "Wir stehen am Anfang eines Massenaussterbens, und alles, worüber ihr reden könnt, ist Geld und die Märchen von einem für immer anhaltenden wirtschaftlichen Wachstum."

An dem Klimagipfel nehmen rund 60 Staats- und Regierungschefs teil, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel. Regierungssprecher Steffen Seibert twitterte ein Foto, das Thunberg und Merkel zeigt, wie sie sich vor Beginn der Reden trafen.

Thunberg und 15 weitere Jugendliche aus verschiedenen Ländern reichten bei der Uno auch eine Menschenrechtsbeschwerde zum Klimawandel ein. Die Mädchen und Jungen im Alter zwischen 8 und 17 Jahren richteten ihre Beschwerde an den Uno-Kinderrechtsausschuss, wie das Kinderhilfswerk Unicef mitteilte. Sie werfen den Staaten demnach vor, zu wenig gegen den Klimawandel zu tun und damit gegen die weltweit gültigen Kinderrechte zu verstoßen.

Stunden nachdem das Video von Thunbergs und Trumps Begegnung veröffentlicht wurde, äußerte sich der US-Präsident bei Twitter zu der 16-Jährigen. Er retweetete ein Video ihrer Rede vor der Uno, dazu schrieb Trump: "Sie wirkt wie ein sehr fröhliches junges Mädchen, das sich auf eine glänzende und wundervolle Zukunft freut. So schön zu sehen."

aar/dpa

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max.stein 24.09.2019
1. Treffen mit Angela Merkel
Mich würde ein Protokoll des Treffens Angela Merkel und Greta Thunberg schon sehr interessieren. Die Rede von Greta Thunberg war bekanntlich danach.
OldJerk 24.09.2019
2. sind es nicht die Chinesen ?
Greta mal wieder uninformiert Deutschland produziert 2,3% des weltweiten CO2. China 28,2, USA 15,99 und Indien 6,4. Wir kaufen einen Großteil der Waren aus China und die Chinesen tun sehr wenig für die CO2 Reduktion. Gerade wurde China zudem dabei erwischt 64.000 Tonnen FCKW produziert zu haben, wenngleich 1985 Verpflichtung eingegangen wurde kein FCKW mehr zu produzieren - das war mehr oder weniger gar nicht in der Presse. Die Grünen schweigen, obwohl die Auswirkung seit 2013 im Ozonloch messbar ist und China über die Messungen des Ozonloches das sich wieder vergrößert hat identifiziert wurde. Importstop für nicht nachhaltig produzierte Waren aus China. Ökologisch nachhaltig als auch mit vergleichbaren Arbeitsbedingungen hergestellt. Wir machen nun mit viel Aufwand das saubere Europa noch sauberer, könnten aber in der 2. und 3. Welt durch relativ einfache Maßnahmen insbesondere bei den LKW die teilweise 30 Jahre alt und älter sind ein Mehrfaches erreichen. Afrika, Südamerika und Indien sind die Problemkinder nicht Deutschland.
tomrobert 24.09.2019
3. 73Jahre unreif versus 16Jahre reif
Es ist schon bezeichnend wie lächerlich machtlos ein 73 jähriger Präsident eines mächtigen Staates so unreif und machtlos gegen die Erkenntnis steht gegen die Veränderungen nicht nur nichts ausrichten zu können sondern sie einfach nicht zu erkennen. Ein machtlosen alter und unreifer Mann.
stefan.p1 24.09.2019
4. Das Bild ist ganz nett aber
an Heuchelei kaum zu überbieten. Nach dem Klimapacket der Bundesregierung will sich die Kanzlerin wohl bei Thumberg für ihr Scheitern entschuldigen.....
Jimi 24.09.2019
5. Getrennte Welten
Maximale Sorge und größtmögliche Ignoranz befinden sich in einem Raum. Der Umstand, dass es so bedeutsam erscheint, ist schon als großer Erfolg für Greta Thunbergs Botschaft und für das globale Bewusstsein des Klimproblems und ihrer Ursachen zu sehen. Die Agenda Trumps und seine Person stehen symbolisch für die Beschränktheit menschlichen und politischen Wirkens.
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