"In überfüllten Zügen durch Deutschland" So kehrt Greta Thunberg heim

Nach monatelangen Reisen kehrt Greta Thunberg zurück nach Schweden: in einem ICE der Deutschen Bahn. Die Aktivistin zeigte sich frustriert - aber nicht darüber, dass sie keinen Sitzplatz mehr fand.
Aktivistin Thunberg (am Freitag im italienischen Turin): "Ich bin endlich auf dem Heimweg!"

Aktivistin Thunberg (am Freitag im italienischen Turin): "Ich bin endlich auf dem Heimweg!"

Foto: Filippo MONTEFORTE / AFP

Es ist eines dieser Fotos, die eine ganze Fülle von Assoziationen hervorrufen: Greta Thunberg, die bekannteste Umweltaktivistin der Welt, hockt in einem überfüllten ICE der Deutschen Bahn auf dem Boden und schaut offenkundig wenig erfreut durchs Fenster nach draußen.

Das Foto postete die 16-Jährige selbst auf Twitter, demnach zeigt es sie auf dem Weg von der Klimakonferenz in Madrid zurück in ihre schwedische Heimat. "In überfüllten Zügen durch Deutschland reisen", schrieb die Aktivistin dazu - und zeigte sich demonstrativ entspannt: "Ich bin endlich auf dem Heimweg!"

Es ist das Ende einer monatelangen Reise: Thunberg, die das "Time"-Magazin jüngst zur Person des Jahres gekürt hatte, war unter anderem zweimal auf Segeljachten über den Atlantik gefahren. Weil Flugzeuge besonders große Mengen des klimaschädlichen CO2 ausstoßen, lehnt sie das Fliegen grundsätzlich ab.

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Das Foto Thunbergs im ICE, das augenscheinlich jemand anderes von ihr geschossen hat, ist fraglos eine Selbstinszenierung der Jugendlichen. In Deutschland dürfte es vor allem deshalb Reaktionen hervorrufen, weil es die Lebenserfahrung vieler Bahnreisender widerspiegelt: Allzu häufig sind Züge überlastet, der Service an Bahnhöfen und die Kommunikation mäßig.

In Madrid hatte sich Thunberg, die das globale Klimaschutzbündnis "Fridays for Future" initiiert hatte, mehrmals selbst zu Wort gemeldet. Die Schwedin kritisierte unter anderem den Mangel an klimapolitischen Fortschritten. Es sehe so aus, als würde die Konferenz gerade scheitern, schrieb sie am späten Samstagabend auf Twitter.

"Die Wissenschaft ist eindeutig, aber die Wissenschaft wird ignoriert." An dem Kampf, den sie zusammen mit ihren Mitstreitern gegen die Klimakrise führe, ändere das aber nichts: "Was auch immer passiert: Wir werden niemals aufgeben. Wir haben gerade erst angefangen", twitterte Thunberg .

Die Verhandlungen in Madrid waren nach langen Verhandlungen am Sonntagvormittag zu Ende gegangen - mit einem Minimalkonsens (mehr darüber erfahren Sie hier).

Im Video: Thunbergs Rede auf dem Klimagipfel

SPIEGEL ONLINE

Dass Thunberg ausgerechnet in einem Zug der Deutschen Bahn keinen Sitzplatz bekam, amüsierte in sozialen Medien viele Nutzer - gerade auf Twitter gibt es viel Spott über die Bahn, Verspätungen und überfüllte Züge. "Stell dich auf Verzögerungen ein", warnte jemand die Aktivistin.

Ob die 16-Jährige sich daran wirklich stört, ist aber wohl fraglich: Eine Zugreise von Madrid nach Stockholm dauert laut Reiseauskunft der Deutschen Bahn auf direktem Weg etwa zwei ganze Tage. Wie gemütlich Thunbergs Fahrt durch andere europäische Länder war, ist bislang nicht bekannt.

Die Deutsche Bahn reagierte auf die Debatte über das Foto auf Twitter : "Wir wünschen Greta eine gute Heimfahrt", hieß es dort. "Und arbeiten weiter hart an mehr Zügen, Verbindungen und Sitzplätzen." Das wäre sicherlich nicht nur im Sinne der Umweltaktivistin.

mxw