Greta Thunbergs Schulzeugnis Jede Menge Fehlstunden - und trotzdem exzellent

Greta Thunberg hat oft den Unterricht geschwänzt. Kritiker warfen ihr vor, die Schule zu vernachlässigen. Nun hat die 16-jährige Klimaaktivistin ihr Abschlusszeugnis erhalten.

Greta Thunberg in Wien (Mai 2019)
Alex Halada/AFP

Greta Thunberg in Wien (Mai 2019)


Die ersten drei Wochen des Schuljahrs ließ sie sich gar nicht im Unterricht blicken, danach fehlte sie jeden Freitag - und dazwischen immer wieder mal, wenn irgendwo in Europa eine große Klimaschutzdemonstration oder ein Treffen mit Entscheidungsträgern und Meinungsmachern anstand. Aber geschafft hat Greta Thunberg die Schule trotzdem. Und das nicht irgendwie.

Die derzeit prominenteste Schulschwänzerin der Welt hat die Pflichtschulzeit jetzt hinter sich gebracht. In Schweden haben die Sommerferien begonnen, und Greta Thunberg hat die neunte Klasse der Kringlaskolan in Södertälje bei Stockholm abgeschlossen. Mit Bravour - denn trotz der vielen Fehlstunden sind ihre Noten offenbar exzellent.

Wie die schwedische Zeitung "Dagens Nyheter" berichtet, hat Greta Thunberg in 14 von 17 Fächern ein "A" bekommen. Die Bestnote erhielt die 16-jährige Klimaschutzaktivistin und Sprecherin der "Fridays for Future"-Bewegung demnach unter anderem in Mathematik, Englisch, Französisch, Physik und Geschichte.

Im Video: Die Klima-Rebellin - Schule schwänzen für die Umwelt

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Nur die Fächer Schwedisch, Sport und Verbraucherkunde schloss sie dem Bericht zufolge mit einem "B" ab, das ist die zweitbeste Bewertung. Greta Thunberg hat das Asperger-Syndrom, eine Form des Autismus. Die Kringlaskolan hat sich auf Jugendliche mit solchen oder ähnlichen Diagnosen spezialisiert.

Mit ihren Noten widerlegt Greta Thunberg ihre Kritiker: Die warfen ihr immer wieder vor, sie lasse die Schule schleifen. Woraufhin Greta entgegnete, sie hole den gesamten verpassten Stoff in Heimarbeit nach.

Offenbar hat sie es tatsächlich getan. "Ich habe wirklich dafür gekämpft, diese Noten zu kriegen", zitierte "Dagens Nyheter" die Aktivistin. Hätte sie nicht gestreikt, wäre ihr Zeugnis womöglich noch besser ausgefallen, erklärte Thunberg: "Aber das war es wert."

Greta Thunberg hatte im August 2018 ihren "Schulstreik für das Klima" gestartet - und so eine weltweite Bewegung für eine bessere Klimapolitik angestoßen. Hunderttausende Kinder und Jugendliche in mehr als hundert Ländern haben es ihr nachgetan: Statt in die Schule gingen sie in den vergangenen Monaten auf die Straße, um mehr Klimaschutz von ihren Regierungen einzufordern.

Thunbergs eigene Lehranstalt unterstützte zuletzt die Aktivitäten ihrer prominentesten Schülerin. Zum Abschied ehrte die Kringlaskolan die 16-Jährige für ihren Einsatz im Kampf gegen die globale Erwärmung.

Greta Thunberg wird nun erst einmal ein Jahr lang mit der Schule aussetzen und sich ausschließlich auf ihren Klimaprotest konzentrieren. Unter anderem will sie im September am Klimagipfel der Vereinten Nationen in New York und im Dezember an der Weltklimakonferenz in Santiago de Chile teilnehmen.

Da sie prinzipiell nicht fliegt, überlegt sie, mit dem Schiff über den Atlantik zu reisen - Gerüchten zufolge womöglich sogar mit einem Schiff, das nicht von fossilen Brennstoffen angetrieben wird. Im Schuljahr 2020/21 will Thunberg dann nach derzeitigem Plan wieder die Schulbank drücken - in einem Gymnasium.

che



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