Großbritannien Schule verbannt keusche Christin

Dürfen Mädchen keusch sein? Natürlich, sagt eine britische Schule, aber sie dürfen keinen Keuschheitsring tragen als Symbol einer Enthaltsamkeits-Kampagne. Eine 16-jährige Christin wurde deshalb vom Unterricht verbannt. Nun zieht sie gegen ihre Schule vor Gericht.

London - Wenn Mädchen wegen ihrer Klamotten aus dem Unterricht fliegen, dann meist, weil der Rock zu kurz ist oder der Ausschnitt zu weit.

In Großbritannien schickten Lehrer eine Schülerin nach Hause, weil sie ihre Keuschheit zu offensiv zur Schau stellte. Die 16-Jährige trug einen Silberring mit eingraviertem Keuschheitsgelübde. "No way!", sagte die Schule, "das verstößt gegen unsere Kleiderordnung." Die Schülerin weigerte sich, den Ring abzunehmen, und wurde daraufhin vom Unterricht ausgeschlossen. Sie will nun gegen ihre Schule vor Gericht ziehen.

In einem Interview mit dem Fernsehsender BBC ließ sie ihrem Ärger freien Lauf: "In meiner Schule dürfen Muslime ein Kopftuch tragen, für andere Religionen ist Schmuck erlaubt – das sieht so aus, als seien Christen Opfer von Diskriminierung."

Der Vater der Schülerin, der als Prediger im Süden Englands arbeitet, legte nach. Es mache sich ein "weltlicher Fundamentalismus" breit, der bestimmte religiöse Überzeugungen zum Schweigen bringen wolle - vor allem den christlichen Glauben.

Ein Keuschheitsring sei kein zentrales Element des christlichen Glaubens und habe im Klassenzimmer nichts zu suchen, konterte die Schule.

In den Ring ist ein Bibelvers eingraviert, der zur sexuellen Enthaltsamkeit vor der Ehe aufruft. Seine Träger verstehen sich als Teil der "Silver-Ring-Thing"-Keuschheitskampagne. Strengkonservative Evangelikale Christen starteten die Kampagne Mitte der Neunziger Jahre im US-Bundesstaat Arizona. In den vergangenen Jahren schwappte die Bewegung auch nach Großbritannien. Nach Angaben der Evangelikalen tragen mittlerweile rund 25.000 Teenager in aller Welt den Ring.

pop / AFP

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