Baden-Württemberg Schüler finden 30.000 Euro - und bekommen kargen Finderlohn

Auf dem Schulweg fanden Schüler mehrere Bündel 500-Euro-Scheine und brachten das Geld zur Polizei. Jetzt wurde der Besitzer ermittelt - und bedankte sich nur mit kurzen Briefen und Schokolade.
Schüler an einem Gymnasium (Archivbild)

Schüler an einem Gymnasium (Archivbild)

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa

Eigentlich hatten sie wohl etwas mehr erhofft: Fünf Gymnasiasten aus Gundelfingen hatten Ende November auf dem Weg zur Schule mehrere Bündel 500-Euro-Scheine gefunden. 30.000 Euro sammelten sie insgesamt ein und brachten sie zur Polizei. Für die verpassten Schulstunden schrieb ihnen das Freiburger Polizeipräsidium sogar ein Entschuldigungsschreiben.

Dann begann für Emma, Joschua, Julius, Lena und Luis das Warten: Würde sich der Besitzer innerhalb eines halben Jahres melden? Wenn nicht, dürften sie das Geld behalten. Doch die Träume der 12- und 13-Jährigen verflogen schnell: Eine Woche nach dem Fund machte die Polizei den rechtmäßigen Besitzer des Gelds ausfindig, meldet die "Badische Zeitung ".

Der 47-Jährige hatte die Scheine beim Spazierengehen verloren. Bei den Schülern bedankte sich der Mann eher knapp: Jedem der fünf habe er einen kurzen Dankessatz auf einem Blatt Papier und eine Packung Schokolade geschickt, heißt es in dem Bericht. Den gesetzlichen Finderlohn von insgesamt 910 Euro - 182 Euro pro Kind - musste der Besitzer allerdings trotzdem bezahlen. Die Kinder konnten sich das Geld im Bürgerbüro des Gundelfinger Rathauses abholen.

Auch wenn die Kinder von mehr Großzügigkeit geträumt hatten - wenigstens deren Eltern sind glücklich. "Ich bin stolz", zitiert das Blatt eine Mutter, "so schlecht scheint unsere Erziehung nicht gewesen zu sein."

him
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