Kinderbetreuung Bundesrat stimmt "Gute-Kita-Gesetz" zu

5,5 Milliarden Euro für die Kinderbetreuung: Der Bundesrat hat das "Gute-Kita-Gesetz" des Familienministeriums abgesegnet. Ein Antrag aus Schleswig-Holstein kam nicht durch.

Kindergartenkinder
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Der Bundesrat hat das sogenannte Gute-Kita-Gesetz passieren lassen. Damit kann das Gesetz von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) wie geplant zum 1. Januar 2019 in Kraft treten, nachdem es zuvor bereits der Bundestag verabschiedet hatte.

Mit der Neuregelung will der Bund den Ländern bis zum Jahr 2022 insgesamt 5,5 Milliarden Euro zukommen lassen, für 2019 sind zunächst 500 Millionen vorgesehen.

Schleswig-Holstein hatte beantragt, den Vermittlungsausschuss anzurufen. Damit sollte erreicht werden, dass der Bund sich zur Unterstützung der Länder über 2022 hinaus verpflichtet. Aber für diesen Antrag fand sich in der Länderkammer keine Mehrheit. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) machte vor der Länderkammer deutlich, dass auch der Bund eine Förderung über 2022 hinaus anstrebe.

Es gehe hier um ein Gesetz, und nicht um ein Förderprogramm, "aus dem sich der Bund dann irgendwie zurückzieht", betonte die Ministerin. Mit den Bundesmitteln soll die Qualität der Kinderbetreuung verbessert werden. Es soll zudem Möglichkeiten schaffen, Geringverdiener-Familien von den Kitagebühren zu befreien.

Kritiker monieren: Wie die Länder das Geld einsetzen, können sie letztlich selbst entscheiden. Sie können die Finanzspritze zum Beispiel nutzen, um längere Kita-Öffnungszeiten zu finanzieren oder mehr Erzieher einzustellen. Denkbar ist aber auch eine Gebührenbefreiung.

Im Video: Die 24-Stunden-Kita

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sun/fok/AFP/dpa



insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
omop 14.12.2018
1. Schon der Name ist Euphemismus pur..
Fast alle Kitas leiden unter einem Betreuungsschlüssel, der sicher nicht kindzentriert ist. Wenn ich 15-20 Kinder in der Regel von 2 KindergärtnerInnen betreuen lasse,dann ist das für mich eine bessere "Aufpass-bzw. Verwahreinrichtung". Nicht zu vergessen, dass die Kindergärtnerinnen auch mal krank sind, dann verschlechtert sich der Betreuungsschlüssel weiter. Eine Gute "Kita" gibt es: die ist aber meistens zu Hause bei den eigenen Eltern. Ausnahmen bestätigen die Regel..
wiesenflitzer 14.12.2018
2. Schade, dass gleich im ersten Beitrag
direkt mal wieder gemoppert wird. Irgendwie typisch deutsch halt! Lasst uns doch erstmal darüber freuen, dass mit 5 Milliarden in 4 Jahren durchaus eine ordentliche Stange Geld für unsere Kinder/Kitas ausgegeben wird. Natürlich wäre es überaus begrüßenswert, wenn von dem Geld viele Erzieher ausgebildet und eingestellt würden, das wäre das Beste. Es liegt jetzt halt in der Verantwortung der lokalen Politiker, dass zur Verfügung gestellte Geld, entsprechend der unterschiedlichen Anforderungen einzelner Kitas, sinnvoll zu investieren. Das kann aber durchaus unterschiedlich sein. Die einen benötigen mehr Mitarbeiter, andere neue Räume/Sanierungen, wieder andere können finanziell schwache Familien nun mit kostenloser Kita Entgegenkommen. Sie sehen, es gibt durchaus Gründe, das Geld nicht zwingend an einer Sache festzumachen. Und wenn Sie glauben, dass die beste Kita die häusliche sei, dann haben Sie leider keiner Ahnung , was in den Städten los ist, wieviele Alleinerziehende es gibt, wieviele Doppelverdiener es gibt und dass es noch mehr Kinder, speziell von ausländischen und bildungsfernen Familien es gibt, für deren Kinder die Kita/der Kindergarten ein erziehungstechnischer Segen darstellt. Und letztlich: Wer hat dieses vernünftige Gesetz wieder einmal durchgebracht? Wieder ein SPD-Politiker, wie alles soziales der letzten 10 Jahre!
haarer.15 14.12.2018
3. Die gesellschaftliche Realität ist eine andere
Zitat von omopFast alle Kitas leiden unter einem Betreuungsschlüssel, der sicher nicht kindzentriert ist. Wenn ich 15-20 Kinder in der Regel von 2 KindergärtnerInnen betreuen lasse,dann ist das für mich eine bessere "Aufpass-bzw. Verwahreinrichtung". Nicht zu vergessen, dass die Kindergärtnerinnen auch mal krank sind, dann verschlechtert sich der Betreuungsschlüssel weiter. Eine Gute "Kita" gibt es: die ist aber meistens zu Hause bei den eigenen Eltern. Ausnahmen bestätigen die Regel..
Die gute Kita gibt es genau zuhause bei weitem und vor allem in vielen Fällen nicht. Da werden die Kids hauptsächlich nur verwahrt. Kitas haben heutzutage - falls Sie es nicht mitbekommen haben - einen Bildungsauftrag.
MatthiasPetersbach 14.12.2018
4.
Zitat von omopFast alle Kitas leiden unter einem Betreuungsschlüssel, der sicher nicht kindzentriert ist. Wenn ich 15-20 Kinder in der Regel von 2 KindergärtnerInnen betreuen lasse,dann ist das für mich eine bessere "Aufpass-bzw. Verwahreinrichtung". Nicht zu vergessen, dass die Kindergärtnerinnen auch mal krank sind, dann verschlechtert sich der Betreuungsschlüssel weiter. Eine Gute "Kita" gibt es: die ist aber meistens zu Hause bei den eigenen Eltern. Ausnahmen bestätigen die Regel..
Nun ja, das ist auch der erste Zweck der Sache: Eltern freistellen. Kinder hüten. Was soll man da sonst machen? Latein lehren? Natürlich - 3 Kindergärtner sind besser als 2 und Ausgebildete sind besser als Nichtausgebildete. Aber in erster Linie sollte es Kitaplätze in erforderlicher Anzahl - und natürlich kostenfrei für alle - geben. DANN kann man in Richtung "besser bis gut" verbessern. Aber erst dann. So ist das der zweite Schritt vor dem ersten.
flokram 14.12.2018
5. @omop
Vielleicht sind sie ein wenig aus der Zeit gefallen. 15-20 Kinder auf 2 Erzieher ist sogar ein guter Schlüssel und soll mit dem Gesetz ja auch verbessert werden. In Thüringen sind sogar 16 auf eine zugelassen. Wenn Erzieher krank sind, dann sind auch meist Kinder krank, gleicht sich aber bestimmt nicht aus. Dennoch Kinder nur Zuhause erziehen ist auch ein Problem gerade für schwachen sozialen Hintergrund. Sie haben ja die Wahl. Meine Tochter liebt es und ich erlebe den Alltag im Kindergarten zur Zeit auch in der Eingewöhnung mit. Soviel Spiel und soziale Interaktion bekommt sie leider nicht Zuhause da sich meine Frau noch um das Baby kümmert.
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