Haarstreit Grünhaariger Junge muss Schule verlassen

Eigentlich war es nur ein Geschenk. Eine Mutter in Kalifornien färbte ihrem Sohn zur Belohnung für gute Noten die Haare: grell-grün - so wie er sich das schon immer gewünscht hatte. Doch seine Schule fand die grünen Haare unpassend und schickte den elfjährigen Alex Small nach Hause.


San Francisco - Cathy Small hielt es für die richtige Belohnung. Nach guten Noten in der Schule sollte ihr 11-jähriger Sohn Alex etwas ganz Besonderes bekommen: grell-grüne Haare. "Er fragte mich danach, und ich wollte ihm diesen Wunsch erfüllen", sagt Small. "Ich sehe darin nichts Verwerfliches. Es ist ja nicht für ewig."

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Gretchen Hinerman, Schuldirektorin im kalifornischen Folsom, sieht das ganz anders: Bei wichtigen Tests lenke ein Junge mit grünen Haaren seine Mitschüler zu sehr ab, und da alle auf ihn schauten, werde auch Alex abgelenkt, so ihr Argument. Deshalb wurde Alex nach Hause geschickt - mit der Empfehlung, sich seine Haare umgehend in den Naturton umfärben zu lassen.

Der Umgang mit schrägen Frisuren von Schülern ist in den USA nicht einheitlich festgelegt. Jede Schule hat das Recht, eigene Regeln aufzustellen. Hinerman verweist daher auch auf ihre Schulordnung. Darin stehe ausdrücklich, dass die Haare der Schüler sauber und wohl gekämmt sein müssen. Das sind die Haare von Alex auch - kurz und sauber. Nur eben grün.

Zwei Tage war der Junge zu Hause. Dann gab die Schulleiterin schließlich nach und erlaubte ihm wieder, in die Schule zu gehen. Mit Bauchschmerzen, wie sie zugibt. Aber ein Gespräch mit Kollegen und der Mutter des Jungen stimmte Hinerman milde.

In den USA haben in der Vergangenheit Frisuren von Schülern und Studenten schon häufiger zu Diskussionen geführt, besonders in den sechziger und siebziger Jahren. Damals ging es vor allem um Hippie-Frisuren. Ein Schüler aus Yuba City verteidigte seinen Haarstil sogar vor dem obersten Gericht. Seine Hippie-Frisur bezeichnete er "als Ausdruck von Individualität, innerer Freiheit und persönlicher Identität".

Die Gründe für Alex sind dagegen weit weniger politisch. "Ich wollte grüne Haare, weil es einfach cool aussieht", sagt der Elfjährige. "Schließlich ist Grün meine Lieblingsfarbe."



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