Schule in Hannover Jogginghose unter Strafe verboten

"Keine angemessene Kleidung" für den Unterricht: Ein Gymnasium in Niedersachsen hat die Jogginghose verboten - und Sanktionen angedroht. Jetzt rechtfertigte sich die Schule in einer Stellungnahme.
Junge Männer laufen in Jogginghosen durch Stuttgart: "Keine angemessene Kleidung für den Unterricht"

Junge Männer laufen in Jogginghosen durch Stuttgart: "Keine angemessene Kleidung für den Unterricht"

Foto: Jan-Philipp Strobel/ lsw/ picture alliance/ DPA

Es ist wieder passiert, diesmal in Hannover: Das Gymnasium der Kämmer International Bilingual School hat seinen Schülerinnen und Schülern verboten, im Schlabberlook zu kommen - und löste damit offenbar große Aufregung aus.

Wer im Unterricht Leggings oder Jogginghose trage, müsse mit Strafe rechnen, berichtete die "Hannoversche Allgemeine Zeitung"  am Samstag. Die Schulleiterin informierte die Eltern demnach in einer E-Mail über das Verbot - und über mögliche Sanktionen wie "den Schulhof saubermachen, Tische in der Mensa wischen oder Ähnliches".

Stellungnahme "aus aktuellem Anlass"

Denn aus Sicht der Schulleitung seien Jogging-Outfits oder auch Leggings "keine angemessene Kleidung" für den Unterricht.

Nun veröffentlichte die Schule eine Stellungnahme "aus aktuellem Anlass":  "Uns ist bewusst, dass unser Bemühen, diese Kleiderordnung zu leben, zu unterschiedlichen Reaktionen führt", heißt es darin.

Bei dem Verbot will die Schule offenbar bleiben, doch "zur Frage der Umsetzung" werde sie "noch einmal mit den Elternvertretern ins Gespräch gehen, auch um Irritationen künftig zu vermeiden".

Das Thema polarisiert seit Jahren

Wie Eltern und Schüler reagiert haben, verriet die Schule nicht. Man kommentiere das Verbot nicht, hieß es aus dem Sekretariat mit Verweis auf die Stellungnahme. Doch das Thema polarisiert und irritiert schon seit Jahren in der Republik - schließlich sagte schon der Modeschöpfer Karl Lagerfeld: "Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren."

Im März hatte zum Beispiel eine Realschule im baden-württembergischen Rottenburg eine ähnliche Entscheidung getroffen. "Wir kleiden uns in der Schule angemessen. Unsere schulische Kleidung unterscheidet sich von unserer Freizeitkleidung", hieß es in der neuen Schulordnung. Neben Jogginghosen wurden auch Kaugummis, Energydrinks und Kartoffelchips untersagt.

Im April zog eine Schule in Nordrhein-Westfalen nach. Dort sind laut Direktorin zudem Basecaps im Unterricht tabu. Bei Verstößen hat man drei Verwarnungen frei - beim vierten Mal werden die Schüler zum Umziehen nach Hause geschickt.

"Hände weg von der Jogginghose", forderte daraufhin SPIEGEL-Kolumnistin Margarete Stokowski. Und polarisierte damit natürlich erneut. Die Kolumne sei Ihnen hiermit zur Wiedervorlage empfohlen. Denn die nächste Schule folgt bestimmt.

sun/dpa
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