Hartz IV und Bafög Schülerjobs können Sozialleistungen drücken

Für Schüler bedeuten Ferien oft Arbeit: Sie nutzen die Zeit, um mit Jobs die Kasse zu füllen. Doch wer Bafög bezieht oder durch die Eltern Hartz-IV-Leistungen erhält, sollte aufpassen - ist das Einkommen zu hoch, werden Sozialleistungen gekürzt.


Für Schüler, deren Eltern Hartz-IV-Leistungen beziehen, lohnt ein Ferienjob kaum: Ein beträchtlicher Teil wird von den Leistungen abgezogen, die Eltern für ihr Kind bekommen. Denn lebt ein Schüler mit seinen Eltern in einem Haushalt, bilden sie eine sogenannte Bedarfsgemeinschaft. Und die Einnahmen des Kindes werden auf dessen Bedarf angerechnet.

Wer in den Schulferien arbeiten will, sollte mögliche Kürzungen beachten
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Wer in den Schulferien arbeiten will, sollte mögliche Kürzungen beachten

100 Euro darf ein Schüler im Monat ohne Abzüge verdienen, das ist der Grundfreibetrag. Verdient ein Schüler zwischen 100 und 800 Euro, werden 20 Prozent des Lohnes abzüglich des Grundfreibetrags nicht auf die Sozialleistungen der Bedarfsgemeinschaft angerechnet. Verdient er zwischen 800 und 1200 Euro, sind zehn Prozent der Freibetrag.

Beispiel: Verdient ein Schüler 600 Euro monatlich, steht ihm zunächst der Grundfreibetrag von 100 Euro zu. Von den restlichen 500 Euro sind 20 Prozent anrechnungsfrei, also weitere 100 Euro. Bleiben 400 Euro - und die werden von den Sozialleistungen an die Eltern abgezogen, die sie für den Bedarf des Kindes bekommen, also Unterhaltsleistungen und Kindergeld.

Keine Abgaben an die Sozialversicherung bei Ferienjobs

Schüler, die Bafög bekommen, dürfen deutlich mehr verdienen. Dabei gelten seit Oktober 2008 neue Regeln. Im sogenannten Bewilligungszeitraum von zwölf Monaten ist nunmehr ein Bruttoverdienst von 4800 Euro erlaubt.

Steuern und Sozialversicherungsbeiträge müssen Schüler in aller Regel nicht zahlen. Für Ferienjobs fallen grundsätzlich keine Abgaben an die Sozialversicherung an, sofern die Arbeit auf zwei Monate oder 50 Arbeitstage im Jahr begrenzt ist. Verdienen Schüler mehr als 400 Euro monatlich, behält der Arbeitgeber zwar zunächst die Lohnsteuer ein. Die gibt es jedoch nach der Steuererklärung zurück, sofern das Jahreseinkommen des Schülers nicht über 7680 Euro lag.

Diese Grenze sollten Schüler und Eltern aber auch aus einem anderen Grund im Auge behalten. Für Kinder, die mehr als 7680 Euro verdienen, gibt es nämlich kein Kindergeld mehr. Allerdings dürfen auch Kinder nachgewiesene Werbungskosten beziehungsweise die Pauschale von 920 Euro von ihrem Einkommen abziehen.

bim/ddp



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