Helikoptereltern in der Notaufnahme "Hilfe, unsere Tochter hat einen halben Eiswürfel verschluckt!"

Das Premiumkind hat in eine Brennnessel gefasst? Es hat sich den kleinen Zeh gestoßen? Oder einfach nur komisch geguckt? Dann ab zum Arzt! Die besten Anekdoten von überbesorgten Eltern in der Notaufnahme.

Wenn ein Krankenwagen mit Blaulicht losfährt oder gar ein Rettungshubschrauber startet, bedeutet das: Notfall. Es kann aber auch bedeuten: Helikoptereltern im Ausnahmezustand. "Wir haben heutzutage immer mehr Einsätze wegen Bagatellverletzungen von Kindern oder wegen sehr aufgeregter Eltern, die völlig hilflos sind", berichtet ein Rettungssanitäter.

Da wird schon mal wegen einer Schürfwunde ein Krankenwagen plus Hubschrauber gerufen, ernsthaft. Das kostet die Sanitäter und Notärzte Zeit und Nerven und alle viel Geld.

Überlastete Lebensretter: Wenn der Notfall kein Notfall ist

SPIEGEL TV

Richtig gefährlich wird es aber, wenn Eltern dann andererseits vor lauter Sorge, Unwissenheit und Kontrollwut eine dringend notwendige Behandlung ihres Kindes verzögern oder gar verhindern - weil das Kind "keine Spritzen mag" oder keine Schmerzmittel bekommen soll.

Anzeige
Greiner, Lena, Padtberg, Carola

Ich muss mit auf Klassenfahrt - meine Tochter kann sonst nicht schlafen!: Neue unglaubliche Geschichten über Helikopter-Eltern

Verlag: Ullstein Taschenbuchvlg.
Seitenzahl: 224
Für 10,00 € kaufen
Produktbesprechungen erfolgen rein redaktionell und unabhängig. Über die sogenannten Affiliate-Links oben erhalten wir beim Kauf in der Regel eine Provision vom Händler. Mehr Informationen dazu hier

"Generell sind Helikoptereltern bei einem Kindernotfall das Worst-Case-Szenario", erzählt ein Sanitäter. Und eine Kinderchirurgin sagt: "Diese Eltern sind so anstrengend, dass sie mir manchmal die Kraft und Konzentration für die wirklichen Notfälle rauben."

In dem neuen Buch "Ich muss mit auf Klassenfahrt - meine Tochter kann sonst nicht schlafen" der SPIEGEL-ONLINE-Redakteurinnen Lena Greiner und Carola Padtberg packen Hebammen, Erzieher, Lehrer, Sporttrainer, Professoren, Anwälte, Ärzte, Studienberater und Kinder aus, was sie mit übermotivierten Eltern erlebt haben.

Lesen Sie hier Buchauszüge aus dem Kapitel über den Helikopter-Wahnsinn in Notaufnahmen:

Natürlich machen sich Eltern Sorgen, wenn ihr Kind gestürzt ist, blutet, schreit. Aber haben sie so wenig Urteilsvermögen für Verletzungen, dass sie einen einmaligen "komischen Husten" mit lebensbedrohlicher Atemnot verwechseln? Dreist sind auch die Eltern, die absichtlich spätabends oder nachts im Krankenhaus auftauchen mit der Begründung, dass sie ja tagsüber arbeiten würden.

"Ich glaube, viele Eltern haben keine Grundkenntnisse mehr über banale Erkrankungen", sagt eine Ärztin. "Wer mit einem Kindergartenkind, das gespuckt oder seit einem Tag Fieber hat, in die Notaufnahme fährt statt am nächsten Tag zum Kinderarzt, muss mal aufgeklärt werden über tatsächliche Indikationen für einen Krankenhausbesuch."

Wenn sich überfürsorgliche Eltern dann bei der Anmeldung im Krankenhaus vorstellen, geben die Mitarbeiter ihren ersten Eindruck häufig direkt an die behandelnden Ärzte oder Pfleger weiter. "Wir schicken ein Kind hoch, es hat nichts, aber die Eltern sind ängstlich und überfordert", heißt es dann.

Kennen Sie Helikoptereltern?
Foto: Westend61/ Getty Images/Westend61

Vom Dinkelzwang bis zur Notenklage: Sind Sie Hebamme, Lehrer, Erzieher, Kinderarzt, Studienberater, Professor, Anwalt, Sporttrainer - oder Nachbar/Freund/Bekannter? Haben Eltern schon mal absurde Forderungen an Sie gestellt oder versucht, Sie auszuhorchen, zu beeinflussen oder einzuspannen - zum vermeintlichen Wohle der eigenen Kinder?

Schicken Sie uns hier Ihre absurden Anekdoten über Helikoptereltern und/oder anonymisierte (WhatsApp)-Dialoge (Mit einer Einsendung erklären Sie sich mit einer anonymen Veröffentlichung auf SPIEGEL ONLINE und sämtlichen anderen Medien der SPIEGEL-Gruppe einverstanden.)

lgr/cpa