Helikopter-Eltern "Mein Sohn bekommt von mir keine Anweisungen, was richtig oder falsch ist!"

Kinder räumen Regale aus oder bemalen Hotelwände - und deren Helikopter-Eltern finden das ganz normal. Wehe jedoch, jemand rügt den Nachwuchs. Die besten Anekdoten aus Supermärkten, Cafés und Friseurläden.

Sie kennen sicherlich das afrikanische Sprichwort, wonach es ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind großzuziehen? Das bedeutet: Auch Nachbarn, Bekannte und Fremde sollten sich in die Erziehung von Kindern einmischen, damit diese gut gelingt.

Für Helikopter-Eltern ist eine solche Vorstellung der größtmögliche Übergriff. Nur sie allein können und dürfen das Verhalten ihres Kindes beurteilen und kommentieren - und zwar völlig unabhängig davon, wie unmöglich sich ihr Nachwuchs benimmt und ob sie es überhaupt selbst mitkriegen.

Das führt dann zu Szenen wie: Ein Kind tritt im Flugzeug stundenlang in die Rückenlehne des Vordermanns, der sich irgendwann über dem Atlantik schließlich dazu durchringt, sich umzudrehen und das Kind freundlich zu bitten, dies zu lassen. Doch wehe, es handelt sich um ein gehelikoptertes Kind.

"Er hat doch gar nichts gemacht!", "Meckern Sie mein Kind nicht an!", "Es ist ein Kind - stellen Sie sich nicht so an!" - das sind noch nette Reaktionen der dazugehörigen Eltern.

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Greiner, Lena, Padtberg, Carola

Ich muss mit auf Klassenfahrt - meine Tochter kann sonst nicht schlafen!: Neue unglaubliche Geschichten über Helikopter-Eltern

Verlag: Ullstein Taschenbuchvlg.
Seitenzahl: 224
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Läuft es mal nicht so rund mit dem Kind in der Öffentlichkeit, sind nämlich nur die Mitmenschen schuld, die unverschämterweise auch die Straße, das Café oder die Umkleide benutzen.

In dem neuen Buch "Ich muss mit auf Klassenfahrt - meine Tochter kann sonst nicht schlafen" der SPIEGEL-ONLINE-Redakteurinnen Lena Greiner und Carola Padtberg packen Hebammen, Erzieher, Lehrer, Sporttrainer, Professoren, Anwälte, Ärzte, Studienberater und Kinder aus, was sie mit übermotivierten Eltern erlebt haben.

Lesen Sie hier Auszüge aus dem Buch.

Ein Merkmal von Helikopter-Eltern ist ja, dass sie ihre Kinder niemals aus den Augen und am liebsten nicht mal von der Hand lassen. Manchmal tun sie dies aber doch - und die Kinder tun dann altersgerechte Dinge, die jedoch nicht unbedingt kompatibel sind mit der Umgebung, in der sich Mami und Papi gerade aufhalten: Supermärkte, Boutiquen, Restaurants, Hotels, Friseurläden. An soziales Verhalten darf man in solchen Situationen jedoch nicht appellieren.

Selbst unter Freunden kann es zu unangenehmen Situationen kommen. Denn: Wie reagiert man, wenn die gute Freundin oder der beste Kumpel plötzlich zum Helikopter mutiert?

Kennen Sie Helikoptereltern?
Foto: Westend61/ Getty Images/Westend61

Vom Dinkelzwang bis zur Notenklage: Sind Sie Hebamme, Lehrer, Erzieher, Kinderarzt, Studienberater, Professor, Anwalt, Sporttrainer - oder Nachbar/Freund/Bekannter? Haben Eltern schon mal absurde Forderungen an Sie gestellt oder versucht, Sie auszuhorchen, zu beeinflussen oder einzuspannen - zum vermeintlichen Wohle der eigenen Kinder?

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cpa/lgr