Holocaust-Debatte Geschichtslehrer distanzieren sich von Höcke

Björn Höcke, AfD-Politiker und Geschichtslehrer, hält nicht viel vom Geschichtsunterricht in Deutschland. Seine Fachkollegen kontern: Er suche nur nach einer Begründung für seinen Extremismus.

Björn Höcke
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Björn Höcke


Der Verband der Geschichtslehrer Deutschlands (VGD) hat sich von den Äußerungen des AfD-Politikers Björn Höcke zum Holocaust-Gedenken distanziert. "Das sind absurde Unterstellungen eines Außenseiters, der damit seinen politischen Extremismus begründen möchte", sagte der VGD-Vorsitzende Ulrich Bongertmann der Deutschen Presse-Agentur.

Höcke hatte am Dienstag bei einer Veranstaltung der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative eine Rede gehalten, in der er kritisierte, wie in der Bundesrepublik des Holocaust gedacht wird. Die Rede ist von praktisch allen politischen Lagern, auch in seiner eigenen Partei, kritisiert worden.

Unter anderem hatte Höcke behauptet, dass die deutsche Geschichte im Schulunterricht "mies und lächerlich" gemacht werde. VGD-Chef Bongertmann verwahrte sich gegen solche Vorwürfe: "Damit zieht man natürlich bestimmte Leute an, aber das hat mit dem Unterricht in Deutschland wenig zu tun."

Historisch falsch

Höcke ist Geschichtslehrer in Hessen und derzeit beurlaubt. Er sitzt für die AfD im Thüringer Landtag, politische Mandatsträger sind von Unterrichtsverpflichtungen befreit. Bongertmann hielt es für fraglich, ob Höcke noch einmal als Geschichtslehrer arbeiten könne. "Er bewegt sich da ja auf verfassungsfeindlichem Boden und dann wird man ja möglicherweise suspendiert."

In der Debatte um seine Dresdner Rede wird Höcke gerade auch in fachlicher Hinsicht kritisiert. So kritisierte der Heidelberger Historiker Moritz Hoffmann, dass Höckes Ausführungen zur Bombardierung Dresdens weitgehend historisch falsch seien:

mamk/dpa-afx



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