Lehrer über Inklusion "Ich konnte das nicht mehr aushalten"

Sie gilt an Schulen derzeit als größte Herausforderung: die Inklusion, das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Förderbedarf. Riesenchance oder riesige Überforderung? Lehrer berichten aus der Praxis.
"Inklusion" steht an der Tafel im König-Wilhelm-Gymnasium in Höxter (Symbolbild)

"Inklusion" steht an der Tafel im König-Wilhelm-Gymnasium in Höxter (Symbolbild)

Foto: Jonas Güttler/ picture alliance / dpa

Früher war die Sache klar: Ein Kind im Rollstuhl, mit geistiger Behinderung, Lernproblemen oder Verhaltensauffälligkeiten ging in Deutschland in der Regel auf eine Sonderschule, getrennt von den "normalen" Kindern. Aber vor einigen Jahren, später als viele andere Länder, beschritt dann auch die Bundesrepublik den Weg zur Inklusion.

Das Ziel: Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf, wie es im Fachjargon heißt, sollen zusammen in einem Klassenzimmer lernen. Inzwischen wird das in allen Bundesländern Deutschlands mehr oder weniger umgesetzt - und spaltet die Gemüter. Einige erleben Inklusion als alternativlos, andere verzweifeln daran. Kritiker fordern vor allem mehr Personal. Auf SPIEGEL ONLINE berichten fünf Lehrerinnen, wie sie den Unterricht erleben. Einige möchten ihren Namen lieber nicht nennen.


Zur Info: "Inklusion"

Der Begriff Inklusion beschreibt die Vision einer Gesellschaft, in der verschiedenste Menschen gleichberechtigt und selbstbestimmt zusammenleben - unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft, Religion oder einer Behinderung.

Wenn es um Inklusion an Schulen geht, verengt sich die Diskussion oft auf das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung bzw. mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf. An Deutschlands Schulen wird diese Idee seit einigen Jahren an immer mehr Schulen umgesetzt.

Grundlage dafür ist die Ratifizierung der Uno-Behindertenrechtskonvention, die in Deutschland im Jahr 2009 in Kraft trat. Artikel 24: "Die Vertragsstaaten anerkennen das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Bildung. Um dieses Recht ohne Diskriminierung und auf der Grundlage der Chancengleichheit zu verwirklichen, gewährleisten die Vertragsstaaten ein integratives Bildungssystem auf allen Ebenen."

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