Drohungen an Nikolaus Grüne Politikerin findet Knecht Ruprecht nicht mehr zeitgemäß

Wart ihr auch schön brav? Süßes vom Nikolaus kommt oft mit einer Drohung daher, in Gestalt von Knecht Ruprecht. Grünen-Politikerin Josefine Paul findet das antiquiert - andere sehen ein Brauchtum in Gefahr.
Josefine Paul

Josefine Paul

Foto: Mia Schlueter/ dpa

Er trägt eine Rute zum Strafen und einen Sack, in den er die unartigen Kinder steckt: Knecht Ruprecht ist vielerorts der Begleiter des gütigen Nikolaus - und jagt manchen Kindern Angst ein.

Damit soll laut der Grünen-Politikerin Josefine Paul endlich Schluss sein: "Knecht Ruprecht ist nicht mehr zeitgemäß. Er passt nicht mehr in das heutige Bild der Kindererziehung", sagte die nordrhein-westfälische Abgeordnete und Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik der "Rheinischen Post". 

"Kindern sollte man grundsätzlich nie drohen", sagt Paul. Darunter falle auch das elterliche Druckmittel "Wenn du nicht artig bist, dann...". Kinder hätten ein Grundrecht auf gewaltfreie Erziehung, und dazu zähle auch psychische Gewalt. Nikolaus sei eine schöne Tradition, sagt Paul, auf die Kinder sich freuen sollten, statt Sorge zu haben, dass sie nicht brav genug gewesen seien.

Nikolaus und Knecht Ruprecht am Rheinufer

Nikolaus und Knecht Ruprecht am Rheinufer

Foto: Federico Gambarini/ picture alliance / dpa

Während Paul Unterstützung vom Brauchtumsforscher Manfred Becker-Huberti bekommt, der in der Zeitung dafür plädiert, Knecht Ruprecht zu Hause zu lassen, sehen Kritiker durch Pauls Statement bereits abendländisches Kulturgut in Gefahr.

So bezeichnete der FDP-Politiker Marcel Hafke Nikolaus und Knecht Ruprecht als "gute Tradition" und wetterte auf Twitter gegen die Grünen.

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Andere Nutzer sorgten sich polemisch, dass in diesem Zuge auch gleich Märchen mit Hexen und Wölfen oder die Geschichten der Gebrüder Grimm abgeschafft werden sollten. Die meisten Einträge nutzten die Forderung Pauls indes plump, um Häme über die Grünen auszugießen.

Allerdings spricht sich Paul gar nicht für die Abschaffung von Knecht Ruprecht aus, wie sie gegenüber dem SPIEGEL noch einmal klarstellte. Sie plädiere lediglich dafür, ihn nicht mehr zur Einschüchterung einzusetzen: "Vielleicht kann Knecht Ruprecht besser beim Tragen der Süßigkeiten helfen, anstatt mit der Rute zu drohen." Einen Sack dafür hat er ja bereits.

sun/eho
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