Jugendkulturen "Wir lassen uns nichts vorschreiben"

Thomas


Straight Edge [engl.] (gerader Weg; Bewegung, deren Anhänger auf Alkohol, Tabak und Drogen verzichten); Thomas, 23, auf Usedom will morgens ohne Kater aufwachen.

Klaus Gigga
Wenn andere hören, dass ich nicht trinke, rauche und keine Drogen nehme, gibts oft blöde Kommentare. Kostproben davon will ich euch ersparen. Es ist halt für die meisten nicht normal. Warum eigentlich?

Je besser mich diese Leute dann aber kennen lernen, desto mehr bewundern sie meine Haltung. Dass ich mein eigenes Ding durchziehe. Viele finden es dann eher verwunderlich, wie viel Blödsinn ich mitmache. Ohne zu saufen. Ich kann es absolut nicht haben, wenn mir Freunde immer wieder Alkohol anbieten. Finden die das lustig? Ich nicht. Es gibt ein Lied von Minor Threat - einer US-Band aus den 80ern - da heißt es: "Don't smoke, don't drink, don't fuck, at least I can fucking think."

Die Idee hat bis heute Bestand, sich aber in viele Richtungen entwickelt, zu Positive-Hardcore, zur Tierrechtsbewegung, sogar zu einer Hare-Krishna-Bewegung. Straight Edge steht dir nicht auf die Stirn geschrieben. Viele Edger sind tätowiert, es gibt auch oft geweitete Ohrlöcher und Piercings. Aber das ist gar nicht so entscheidend. Es ist die Meinung. Die Einstellung. Nennt's, wie ihr wollt.

Für mich und viele andere dreht es sich um den DIY-Gedanken, also: Do it yourself. Dass man teilhat an der Szene, politisch aktiv ist oder in einer Band ist. Dass man was aus seinem Leben macht. Einen aufrechten, unbedröhnten Weg gehen, heißt Straight Edge. Zu sich selbst stehen, mit allen Konsequenzen. Wenn ich morgens ohne Kater aufwache, kann ich schon irgendwas reißen. Mal ganz ehrlich: Mit Alkohol und Drogen verschwenden wir doch nur Zeit. Ich nicht mehr.

Welche Songzeile triffts für dich?

Es gibt keine, sonst hätte ich sie selbst geschrieben.

Protokoll: Tahnee Godt



insgesamt 43 Beiträge
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Seite 1
hladik 04.10.2010
1. Titel
"Bitch" ist von Meredith Brooks, nicht von Alanis Morissette. Wenn man nicht mal weiss, wer sein Lieblingslied singt...
Mathe-Freak 04.10.2010
2. ....
Zitat von hladik"Bitch" ist von Meredith Brooks, nicht von Alanis Morissette. Wenn man nicht mal weiss, wer sein Lieblingslied singt...
Was erwartet man von solchen Gestalten die sich mit 18-24 wie pubertäre Kinder aufführen? Auf zwang alternativ sein ist Mainstream bloss schlimmer.
frank_lloyd_right 04.10.2010
3. Warum verzichten manche Jugendliche auf Alkohol und Zigaretten?
Ja, das kann ich wirklich auch nicht nachvollziehen. Wo diese recht gefährlichen Drogen doch gar nicht verboten sind... aber vielleicht isses ja gerade deshalb.
Hirnwurm 04.10.2010
4. Falsches Verständnis
Ich kenne einige Punks und keiner davon hat gefärbte Haare, Sicherheitsnadeln im Ohr oder rennt sonstwie komisch rum. Wobei einen, der so rumrennt, kenne ich. Das ist mein Bruder und der ist ein Plastik-Punk. Begreift nichts und ist immer gegen das, wogegen man gerade ist und wenn heutzutage alle mit Iro rumlaufen und die fesche Gelfrisur der "jungen-Unionler" als rebellisch gelten würde, würde er so eine Frisur tragen. Den Punk erkennt man nicht von außen, und wenn doch, dann ist es oft mehr Schein als sein, denn gerade die Leute, die so erpicht darauf sind, allen zu zeigen wie rebellisch sie sind, rennen meistens auch nur einem Dogma hinterher, dass sie nicht verstehen. Aber das ist halt bei Dogmen so. Der Punk muss auch den Punk kritisch hinterfragen. Wird der Punk zur Religion, hat er sein Ziel verfehlt.
Skade, 04.10.2010
5. Jugendkultur
habe nie einer Jugendkultur angehört, dieses uniformierte Denken war mir schon immer absurd.
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