Jugendkulturen "Wir lassen uns nichts vorschreiben"

Isabell


Hippie (Anhänger einer pazifistischen, naturnahen Lebensform; Blumenkind); Isabell, 17, aus Hamburg will sich nicht in die Probleme anderer hineinsteigern.

Markus Lorenczat
Chaotisch, schweigsam, faul. Das bin ich. Und Langschläfer. Und ich benehme mich nicht immer perfekt. Aber wer macht das schon. Wie Menschen reagieren und was sie zu sagen haben, ist mir wichtig. Klamotten und Materielles nicht. Denn der Mensch muss etwas Besonderes sein, nicht seine Hose, nicht sein Hemd.

Zu meinen Wunden: Meine Faulheit! Alle meine Freunde ärgern sich darüber. Das sehe ich ganz realistisch. Aber ich finde eben auch, dass zu viel Arbeit stresst. Und Stress macht mich traurig. Am Ende des Tages erreiche ich mehr ohne Stress, weil ich einfach die Augenblicke mehr genieße. Das Wesentliche rauscht doch an den allermeisten vorbei.

Meine Freunde sagen auch, ich höre nicht gut zu. Konfliktpunkt! Naja, auf manche Fragen reagiere ich nicht. Viele meiner Freunde behaupten deshalb, ich sei desinteressiert. Mein Freund ist immer stinksauer, wenn er mir alles noch mal erklären muss. Eigentlich möchte ich mich nicht zu sehr in die Probleme der anderen hineinsteigern. Ich schweife dann kurz ab, denke über Dinge nach, die ich erlebt habe. Danach höre ich wieder zu und bin für den Menschen da. Ja, ich kenne meine Schwächen. Aber gehören sie nicht zu mir?

In mir steckt eben mehr oder weniger ein Hippie. Frieden, Sex, Liebe und Spaß, das sind die Schlüsselwörter zum Glück. Beim Feiern und Austoben fühle ich mich wohl, durch Musik fühle ich mich mit anderen verbunden. Meine Lieblingsmusik ist Rock und Reggae, zuletzt war ich auf dem Hurricane. Alles sehr ungezwungen.

Ich bin bei vielen Dingen sehr entspannt. Ganz im Gegensatz zu meinen Eltern. Sie denken oft zu viel nach, bevor sie etwas sagen. Ich bin da anders. Glaube sogar, dass - in Klammern: fast - jeder Jugendliche so eine Haltung entwickelt, anders sein will und sich auflehnt. Jugendliche haben eine revolutionäre Kraft in sich. Ich lebe hier und jetzt! Vielleicht werde ich ja Pendler oder eine Reisende. Sei selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt! Der letzte Satz ist nicht von mir, sondern von Gandhi. Ich sehe es genauso.

Und welcher Liedtext beschreibt dich am ehesten?

I paid a flying visit to my first and only love,
She's as white as any lily,and as gentle as a dove,
She threw her arm around me saying,
"Andy I love you still"
Oh, she's one miss Bazo Bailey,
the pride of Fairmount Hill
(Dropkick Murphys: "Fairmount Hill")

Protokoll: Nadine Wittleben



insgesamt 43 Beiträge
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Seite 1
hladik 04.10.2010
1. Titel
"Bitch" ist von Meredith Brooks, nicht von Alanis Morissette. Wenn man nicht mal weiss, wer sein Lieblingslied singt...
Mathe-Freak 04.10.2010
2. ....
Zitat von hladik"Bitch" ist von Meredith Brooks, nicht von Alanis Morissette. Wenn man nicht mal weiss, wer sein Lieblingslied singt...
Was erwartet man von solchen Gestalten die sich mit 18-24 wie pubertäre Kinder aufführen? Auf zwang alternativ sein ist Mainstream bloss schlimmer.
frank_lloyd_right 04.10.2010
3. Warum verzichten manche Jugendliche auf Alkohol und Zigaretten?
Ja, das kann ich wirklich auch nicht nachvollziehen. Wo diese recht gefährlichen Drogen doch gar nicht verboten sind... aber vielleicht isses ja gerade deshalb.
Hirnwurm 04.10.2010
4. Falsches Verständnis
Ich kenne einige Punks und keiner davon hat gefärbte Haare, Sicherheitsnadeln im Ohr oder rennt sonstwie komisch rum. Wobei einen, der so rumrennt, kenne ich. Das ist mein Bruder und der ist ein Plastik-Punk. Begreift nichts und ist immer gegen das, wogegen man gerade ist und wenn heutzutage alle mit Iro rumlaufen und die fesche Gelfrisur der "jungen-Unionler" als rebellisch gelten würde, würde er so eine Frisur tragen. Den Punk erkennt man nicht von außen, und wenn doch, dann ist es oft mehr Schein als sein, denn gerade die Leute, die so erpicht darauf sind, allen zu zeigen wie rebellisch sie sind, rennen meistens auch nur einem Dogma hinterher, dass sie nicht verstehen. Aber das ist halt bei Dogmen so. Der Punk muss auch den Punk kritisch hinterfragen. Wird der Punk zur Religion, hat er sein Ziel verfehlt.
Skade, 04.10.2010
5. Jugendkultur
habe nie einer Jugendkultur angehört, dieses uniformierte Denken war mir schon immer absurd.
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