Jugendmedientage Wo geht's hier zum Traumberuf?

Journalist, Fotograf, Webdesigner: Viele Schüler und Studenten streben in die Medienbranche. Nur wie schafft man es in Redaktionen oder Agenturen? Die Jugendmedientage, das Treffen für medienbegeisterte junge Menschen, helfen beim Weg in den Traumberuf.

Martin Knorr/martinknorr.de

Wie schreibe ich eine gute Rezension? Was macht ein gutes Porträtfoto aus? Wie moderiere ich überzeugend? Und: Wie funktioniert Multimedia-Journalismus? In Hamburg treffen sich am kommenden Wochenende Hunderte Schüler und Studenten zu den Jugendmedientagen. Die Veranstalter erwarten bis zu 2000 medienbegeisterte junge Menschen aus ganz Deutschland. "Wir wollen Werte vermitteln", sagt Mitorganisator Paul Frisch, 21. "Wir wollen zeigen, wie komplex Journalismus ist und welche Regeln gelten."

Die Jugendmedientage finden bereits zum elften Mal statt, in den Vorjahren trafen sich die Teilnehmer unter anderem in Stuttgart, München und Hannover. Die Treffen organisiert die Jugendpresse Deutschland, die größtenteils ehrenamtlich arbeitet. Ein Netzwerk engagierter junger Menschen, darunter Fotografen, Webdesigner, Dokumentarfilmer, Journalisten. Unter anderem durch die Jugendmedientage möchte der Verein journalistisches Handwerk vermitteln, aber auch die Interessen junger Menschen in den Medien vertreten.

Vor mehr als 50 Jahren wurden die ersten Jugendpresse-Verbände gegründet, anfangs noch unbekannt hat der Verein heute prominente Partner: Die Bundeszentrale für politische Bildung unterstützt die Jugendmedientage, außerdem die Friedrich Ebert Stiftung, die Axel-Springer-Akademie, die Europäische Kommission, "Die Tageszeitung" und SPIEGEL ONLINE.

Triathlon des Wissens
Auch wenn einige Tageszeitungen dahinsiechen und große Verlage weniger Zeitschriften und Magazine verkaufen, wollen noch immer viele Schüler und Studenten später in der Medienbranche arbeiten. Wobei heute viele unsicher seien und Angst hätten, sagt Paul Frisch: Bekomme ich später eine Festanstellung? Kann ich von dem leben, was ich als freier Journalist verdiene? "Wir motivieren sie und zeigen: Wenn ihr es wirklich wollt, könnt ihr es schaffen", sagt er.

Als Motivation bieten die Veranstalter 120 Workshops, Diskussionsrunden und Besuche in Redaktionen und Agenturen. Sie haben erfahrene Journalisten, Werber, Fotografen, Grafiker und Wissenschaftler engagiert: "Mr. Tagesthemen" Ulrich Wickert hält eine Rede. Der Art-Direktor der "Neon" erstellt mit Teilnehmern eine Sonderausgabe des Magazins. Ein Dozent der renommierten Bauhaus-Universität Weimar erklärt, wie man eine Webseite baut. Thomas Hestermann, Professor an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, diskutiert mit Teilnehmern, wie Medien über Gewalt und Verbrechen berichten. Andreas Wolfers, Leiter der Henri-Nannen-Journalistenschule, bespricht Texte der Teilnehmer. Vom SPIEGEL und von SPIEGEL ONLINE wird mit Mathias Müller von Blumencron und Florian Harms jeweils ein Teil der Chefredaktion an den Jugendmedientagen teilnehmen. Gemeinsam mit weiteren Redakteuren werden sie erklären und zeigen, wie Online-Journalismus funktioniert.

Bislang haben sich mehr als 1000 Leute angekündigt. Wer noch Interesse hat, kann sich bis Mitte der Woche noch hier anmelden.

fln



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