Junge Japan-Fans "Mit Tokio Hotel haben wir nichts gemein"

Von Sophie Aigner

2. Teil: Atsushi, 21: Im falschen Körper geboren


Atsushi, 21: Frauen imitieren Männer, die wie Frauen singen
Sophie Aigner

Atsushi, 21: Frauen imitieren Männer, die wie Frauen singen

"Man muss ein bisschen Selbstvertrauen haben, um in der Szene überleben zu können. Es gibt viele Neider", sagt Atsushi, die eigentlich Anne heißt, sich in der Visual-Szene aber lieber als Mann ausgibt. 2002 ist Atsushi durch ihre Begeisterung für Animes und Manga zum J-Rock gekommen. "Ich war die ganze Schulzeit hindurch sehr unglücklich, weil ich kaum Freunde hatte und gemobbt wurde. Durch Visual Kei habe ich gemerkt, dass es auch noch etwas anderes gibt", sagt die 21-jährige Physiotherapeutin.

Atsushi sagt, sie fühle sich im falschen Körper geboren. "Auch deswegen fühle ich mich in der Visual Kei-Szene aufgehoben, denn hier kann jeder so sein wie er will, und ich möchte als ein männliches Wesen betrachtet werden.

Männliche Frauen stoßen hier auf große Begeisterung, denn sie können am ehesten die Musiker imitieren, die von den Mädchen angehimmelt werden. Das heißt, die Mädchen kopieren die Jungs, die sich als Mädchen ausgeben."

Viele der J-Rock-Musiker spielen mit Geschlechterrollen. "Unter Visuals gibt es eine größere Offenheit bezüglich der sexuellen Orientierung. Viele Frauen sind Freizeitlesben, sie leben ihre homosexuelle Seite nur hin und wieder aus."

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