Junge Japan-Fans "Mit Tokio Hotel haben wir nichts gemein"

Von Sophie Aigner

5. Teil: Paul, 21: Erlaubt ist, was gefällt


Paul, 21: Einer der wenigen Jungs in der Szene
Sophie Aigner

Paul, 21: Einer der wenigen Jungs in der Szene

"Ich bin einer der wenigen Jungs, die sich für Visual Kei interessieren. Vermutlich haben die meisten meiner Geschlechtsgenossen Angst davor, zu weich zu wirken. Denn die gefühlsbetonte Musik des J-Rocks und der androgyne Stil der Bands wirkt vor allem auf Mädchen anziehend.

Durch Freunde habe ich vor vielen Jahren japanische Popmusik, später dann J-Rock kennengelernt. Der Stil von Visual Kei hat mich schnell fasziniert. Damals haben wir Visu-Treffen veranstaltet, zu denen um die 30 Leute kamen.

Heute ist die Szene nicht mehr so familiär. Auf Konzerten oder Treffen kennt man sich nicht mehr, es haben sich viele kleine Gruppen gebildet. Man ist sich auch nicht unbedingt wohlgesonnen: Misstrauen oder Neid gegenüber den anderen sind Alltag unter Visus.

Mittlerweile gibt es zwei Sorten von Visual-Kei-Anhängern: traditionsbewusste Visus und die 'Bravo-Visels'. 'Bravo-Visels' nennen wir die jungen Mitläufer, für die nicht die Inhalte von Visual Kei im Vordergrund stehen, sondern bloß die Zugehörigkeit zu irgendeiner Szene.

Meine Eltern sind stolz, einen Sohn zu haben, der anders ist als die anderen. Sie sagen bloß: Hauptsache, du wirst kein Punk!"

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