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Kampf für Frauenrechte: Mit Damenbinden gegen Sexismus

Foto: Elona Kastrati

Feminismus-Aktion 19-Jährige erregt mit Damenbinden weltweite Aufmerksamkeit

Eine Karlsruher Schülerin hat Damenbinden mit feministischen Botschaften an Laternen, Bushaltestellen und Mauern geklebt. Ihre Aktion sorgte für weltweites Interesse: Nun protestieren auch Inder mit dem Hygieneprodukt gegen Sexismus.

Eine 19 Jahre alte Schülerin aus Karlsruhe hat mit dem Hygieneprodukt Damenbinde für weltweite Aufmerksamkeit gesorgt.

Elona Kastrati klebte feministische Botschaften auf die Damenbinden. "Nenn mich nicht Schatz", war darauf zu lesen, "My pussy, my choice" oder "Stell Dir vor, Männer wären genauso angeekelt von Vergewaltigungen wie von der Periode". Die Schülerin befestigte die Binden an Straßenlaternen, Bushaltestellen und Mauern in Karlsruhe und postete unter dem Hashtag "PadsAgainstSexism" Bilder davon auf Tumblr, Twitter und Instagram. Zwei Tage später wurde sie von Anfragen über die sozialen Netzwerke überrannt.

Tausende Menschen teilten Kastratis Aktion und folgten ihr auf Tumblr,  Twitter und Instagram . "Ich erhielt so viele Anfragen, dass ich den Überblick verloren habe", sagte sie SPIEGEL ONLINE. Ihre Aktion hatte sich blitzschnell im Internet verbreitet, Buzzfeed aus den USA verlinkte auf Kastratis Tumblr-Blog  und dann meldeten sich Menschen aus Indien, Frankreich, England, Slowenien, den USA und dem Kosovo bei der Schülerin. Viele fragten, ob sie die Aktion auch in ihrem Land machen dürften.

"Ich wollte keine Aufmerksamkeit auf mich lenken, sondern nur provozieren", sagt Elona Kastrati. Der Schülerin ist es wichtig, dass die Aktion im Vordergrund bleibt. "Ich will, dass alle darüber reden." Ihr geht es um Gleichberechtigung. Sie versteht nicht, warum Sexismus so verbreitet ist, warum Frauen und Männer im Jahr 2015 immer noch keine gleichen Löhne erhalten. Und warum Frauen von vielen als schwaches Geschlecht angesehen werden und Männer als schwächlich gelten, wenn sie Gefühle zeigen. Ihr Name ist übrigens kein Künstlername, auch wenn das für manche naheliegend klingt.

"Was ist das überhaupt, eine sexistische Hure?"

Auf hundert Reaktionen kommen zwei negative, sagt sie. Diese sind dafür umso härter. Leute hätten ihr geschrieben, sie solle auch vergewaltigt werden oder sie sei eine sexistische Hure. Kastrati geht mit solchen E-Mails souverän um. Die Menschen, die so etwas schrieben, zeigten damit nur ihr tiefes Niveau. "Was ist das überhaupt eine sexistische Hure?", fragt sie.

Viele Männer hätten auch das Gefühl, sich vor Elona Kastrati rechtfertigen zu müssen. "Ich habe noch nie etwas Sexistisches gesagt", schrieben sie ihr. Aber darum gehe es ihr ja gar nicht. Sie wollte lediglich auf das Thema aufmerksam machen und stecke nicht alle Männer in eine Schublade.

Mittlerweile haben schon NGOs bei Kastrati angefragt, für eine Menschenrechtsorganisation im Kosovo soll sie bald einen Vortrag halten. "Ich kann das alles noch gar nicht glauben", sagt sie. In Indien hat sich schon ein Ableger ihrer Aktion gegründet. Auf Twitter posten indische Männer und Studenten Bilder von sich, wie sie die Binden hochhalten.

Ihre Eltern unterstützen Kastrati bei ihren Aktionen. Sie solle nur aufpassen, dass sie keinen Ärger mit dem Staat bekomme, habe ihr die Mutter nach der Bindenaktion gesagt. Am Anfang hatte die Schülerin Angst, sie würde von der Polizei Ärger bekommen. Wegen Sachbeschädigung.

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