Früher Umgang mit Geld Kinder in Deutschland verfügen über drei Milliarden Euro Kaufkraft

Taschengeld hier, Geldgeschenke da: Wenn man das Geld aller Kinder zusammenrechnet, kommt eine beträchtliche Summe heraus. Was die Kleinen damit anstellen, hat eine Studie untersucht.
Was kann sich ein Kind leisten, wenn das Sparschwein geschlachtet ist?

Was kann sich ein Kind leisten, wenn das Sparschwein geschlachtet ist?

Foto: imago images/Westend61

Kinder in Deutschland verfügen dank Taschengeld und Geldgeschenken über knapp drei Milliarden Euro an Kaufkraft. Das geht aus der Kinder-Medien-Studie 2019  hervor, die die Mediennutzung, das Freizeit- und das Konsumverhalten von Kindern zwischen vier und 13 Jahren untersucht und von mehreren Medienhäusern in Auftrag gegeben wurde.

Im Schnitt erhalten die Kinder der Studie zufolge 20,52 Euro Taschengeld im Monat, dazu kommen pro Jahr durchschnittlich 158 Euro an Geldgeschenken, zum Beispiel zum Geburtstag oder zu Weihnachten. 2017 erhielten die Kinder durchschnittlich noch rund vier Euro mehr Taschengeld pro Monat.

Laut der Umfrage dürfen etwa drei Viertel der Kinder ihr Geld selbst verwalten - die Eltern lassen sie also frei entscheiden, wofür sie es ausgeben möchten. Mehr als die Hälfte der Vier- bis 13-Jährigen nascht offenbar ziemlich gern: 70 Prozent der Befragten geben das eigene Geld für Süßigkeiten aus. Außerdem wird gern gelesen: 52 Prozent kaufen sich von ihrem Geld Zeitschriften und Comics.

Aber natürlich gibt es auch Dinge, die sich viele Kinder nicht selbst leisten könnten - sich dafür aber wünschen: Über die Hälfte der Befragten hätte gern ein Smartphone oder ein Tablet, ein Drittel wünscht sich Spiele, Puzzles oder Experimentierkästen. Digitale Spiele sind bei rund 40 Prozent der Kinder gefragt.

Für die Studie wurden auch die Lesegewohnheiten von Kindern und Jugendlichen untersucht. 74 Prozent der Jungen und Mädchen zwischen sechs und 13 Jahren lesen demnach mindestens eine von 46 abgefragten Kinderzeitschriften. Die Kinder lesen die Magazine meist ohne Unterbrechung durch andere Medien komplett durch, teilten die Studienmacher mit.

In der Freizeit: Freunde!

Ihre Freizeit nutzten Kinder zudem vor allem, um mit Freunden zusammen zu sein und im Freien zu toben: Knapp 90 Prozent der Vier- bis 13-Jährigen treffen sich mindestens mehrmals pro Woche mit anderen Kindern, knapp 80 Prozent spielen im Freien. Tüfteln, Basteln und Spielen sind als Freizeitaktivitäten am beliebtesten, dahinter folgen im Internet surfen, Familienaktivitäten und YouTube-Videos schauen.

Die Befragung wird jährlich von sechs Verlagen in Auftrag gegeben, darunter ist neben dem SPIEGEL- und dem Zeit-Verlag auch der Panini-Verlag. Für die Studie wurden 2000 Doppelinterviews mit Kindern im Alter von sechs bis 13 Jahren zusammen mit je einem Elternteil geführt. Außerdem wurden rund 500 Erziehungsberechtigte von vier- bis fünfjährigen Kindern befragt. Die Interviews wurden von Februar bis Anfang April geführt.

faq/AFP
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