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21. März 2013, 17:13 Uhr

Jugend und Politik

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Kinder und Jugendliche sind gar nicht so politikverdrossen: Bis zum 15. Lebensjahr wächst sogar ihr Wunsch, sich zu engagieren. Das ändert sich erst in der Pubertät, zeigt eine neue Studie. Die Forderung an die Politik: Senkt das Wahlalter, damit ihr die Jugendlichen nicht verliert.

Ja, Politiker bemühen sich um junge Menschen, mal mehr, mal weniger natürlich. Sie besuchen Schulen und Jugendclubs, sie laden zu Kongressen ein und hängen bunte Plakate auf. Das Problem ist nur: Davon kommt bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland nicht so viel an, das zeigt eine am Donnerstag in Berlin vorgestellte Umfrage im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes (Studie als PDF). Demnach sagen zwei von drei Befragten: Die Bundesregierung interessiere sich zu wenig für das, was junge Menschen interessiert. Von der Kommunalpolitik fühlen sich fast alle sogar überhaupt nicht wahrgenommen.

Der Kinderhilfswerk-Präsident Thomas Krüger zeigte sich von den Ergebnissen beunruhigt: Viele Kinder hätten "zugemacht", sagte er, und ließen politische Kommunikation nicht mehr an sich heran. Die meisten kannten nicht einmal den Namen des Bürgermeisters in ihrem Ort. "Die Politik muss auf allen Ebenen alles daran setzen, das Vertrauen der Kinder und Jugendlichen wieder herzustellen", forderte Krüger.

830 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren beteiligten sich deutschlandweit an der Studie. Die gute Nachricht: Bis zum 15. Lebensjahr steigt der Wille der Kinder, sich politisch zu engagieren. Dann, in der Pubertät, ist ein Bruch zu verzeichnen. Deswegen sollte die Politik über das Wahlalter nachdenken, sagt Krüger. "Man sollte die ersten Wahlerfahrungen nicht erst dann ansetzen, wenn der Bruch bereits vollzogen ist." Ziel müsse sein, Jugendliche dann wählen zu lassen, wenn sie politisch am meisten interessiert seien, also bereits mit 14 Jahren.

Weitere zentrale Ergebnisse der Studie:


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fln/dpa

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