Schule zugeklebt 11.520 Blatt Papier gegen Papierverschwendung

Abiturienten aus Oberbayern haben nachgerechnet: In den vergangenen zwei Jahren haben sie rund 120.000 Arbeitsblätter ausgeteilt bekommen. Papierverschwendung, meinen sie. Und haben aus Protest die Schule zugeklebt.
Fast wie bei Christo: das Gymnasium Kirchseeon

Fast wie bei Christo: das Gymnasium Kirchseeon

Foto: L. Acker

Es ist ein Abi-Streich mit Botschaft: Am Gymnasium im bayerischen Kirchseeon  haben die Abiturienten in der Nacht die gesamte Schulfassade zugeklebt. Die Schule sieht fast so aus, als sei sie von Verpackungskünstler Christo verhüllt worden. Für die Aktion seien 11.520 Blätter Papier auf der Holzfassade des Gebäudes befestigt worden, berichtet der "Müchner Merkur" in seiner Ausgabe für den Landkreis Ebersberg . Mit ihrer Aktion wollen die Abiturienten erreichen, dass häufiger digitale Lernmittel eingesetzt und bei Kopien auf Recyclingpapier zurückgegriffen wird.

Die 138 Abiturienten hatten sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt und errechnet, dass sie in den vergangenen zwei Jahren schätzungsweise 120.000 kopierte Arbeitsblätter erhalten hatten - das entspricht einem 13 Meter hohen Stapel. Nur knapp ein Zehntel davon war nötig, um auf der Schulfassade den Schriftzug "Abi 2016" und das Boot von "K-ABI-tän Blaubär" anzubringen.

"Wir wollen Klimaschule 2017 werden und ermuntern daher die nächsten Jahrgänge und auch alle Lehrer, sich mit dem Thema Ressourcenverschwendung konstruktiv auseinanderzusetzen", zitiert der Bericht die Abiturienten, "allein das Papier an der Schulfassade hat einen CO2-Fußabdruck von 49,98 Kilogramm."

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