Gerichtsentscheid Schülerin stürzt nach Krampfanfall auf Klassenfahrt - Versicherung muss nicht zahlen

Eine Schülerin bekam auf der Klassenfahrt einen epileptischen Anfall und verletzte sich. Nun urteilt ein Gericht: Die Unfallversicherung muss nicht einspringen. "Persönliche Belange" seien nicht versichert.

Schüler auf Stockbetten: Sturz aus gesundheitlichen Gründen ist nicht versichert
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Schüler auf Stockbetten: Sturz aus gesundheitlichen Gründen ist nicht versichert


Wenn eine Jugendliche auf Klassenfahrt wegen eines epileptischen Anfalls vom Bett fällt und sich verletzt, muss die gesetzliche Unfallversicherung nicht dafür aufkommen. Das hat das Hessische Landessozialgericht entschieden.

Schüler seien auf Klassenfahrt nur dann gesetzlich unfallversichert, wenn der Unfall im Zusammenhang mit ihrer Eigenschaft als Schüler steht, entschied das hessische Gericht in Darmstadt in seinem am Dienstag veröffentlichten Urteil. "Persönliche Belange" seien nicht gesetzlich unfallversichert.

Eine 17-Jährige aus dem Landkreis Fulda hatte als Schülerin einer Förderschule in Begleitung einer Assistentin an einer mehrtägigen Klassenfahrt teilgenommen. Das Mädchen leidet unter anderem an Epilepsie. Als die Jugendliche zum Frühstück gehen wollte, krampfte sie und wurde von der Assistentin auf ihr Bett gesetzt. Von diesem fiel sie aus unklarer Ursache herunter und verletzte sich an den Zähnen. Die Unfallkasse lehnte eine Entschädigung ab. Der Unfall sei wegen eines Krampfanfalls passiert, nicht aber wegen "betrieblicher Umstände".

Schutz nur in gewissen Fällen

Die Richter des dritten Senats in Darmstadt gaben der Versicherung Recht. Demnach sind Schüler auch auf Klassenfahrten gesetzlich unfallversichert. Der Versicherungsschutz bestehe aber nur bei Tätigkeiten, die im sachlichen Zusammenhang zur Eigenschaft als Schüler stünden.

Dass die 17-Jährige wegen eines Krampfanfalls auf das Bett gesetzt wurde, sei eine rein persönliche Tätigkeit gewesen, die von der Versicherung nicht gedeckt sei. Der Versicherungsschutz bestehe nur innerhalb des organisatorischen Verantwortungsbereichs der Schule.

nil/AFP



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