Kleiderordnung an US-Schule Direktorin erlässt Ugg-Boots-Bann

Mützen, Kopftücher, Kreuze - die Liste verbotener Gegenstände an Schulen ist lang. An einer amerikanischen Schule ist nun ein weiteres Bekleidungsstück hinzugekommen: Schuhe. Die Direktorin verbot besonders weite Stiefel, denn sie bieten ihm zu viel Platz für unerlaubte Dinge.

Ugg Boots: Viel Platz zum Verstecken - auch für Britta Steffens Füße
DPA

Ugg Boots: Viel Platz zum Verstecken - auch für Britta Steffens Füße


Eigentlich sind Schuhe zum Laufen da und Taschen zum Transportieren. Weil einige Schüler dieses Prinzip aber kreativ abgewandelt haben, entschied sich ein amerikanische Schulleiterin für ein ungewöhnliches Verbot: Flauschige, weite Fellstiefel haben jetzt keinen Zutritt mehr in seiner Pottstown Middle School in Philadelphia.

Auch wenn viele Menschen die Stiefel ohne Reißverschluss und Schnallen, besonders populär ist die Marke Ugg Boots, eher hässlich finden, geht es der Schule nicht darum, Modepolizei zu spielen. In einem Rundbrief an die Eltern schrieb Direktorin Gail Cooper: "Wir haben mit einigen Schülern Probleme erlebt, die weite, offene Stiefel tragen und darin Gegenstände transportieren, die an der Schule verboten sind", berichtet "The Mercury".

Die Schüler sollen Smartphones und auch Essen in ihren Stiefeln in die Schule mitgebracht und so den Unterricht gestört haben. Mobiltelefone sind an der Pottstown Middle School verboten und sollen ausgeschaltet in den Schließfächern der Schüler lagern. Anstatt allerdings bei den Schmugglern selbst anzusetzen, verbannt die Schulleiterin nun lieber deren Versteck aus den Klassenzimmern.

Schüler haben schon ein neues Versteck

Ganz verbieten will und kann die Schule die Schuhe allerdings nicht: "Schüler dürfen die weiten Boots auf dem Weg zur Schule und auf dem Rückweg tragen, um sich vor Kälte, Schnee und Eis zu schützen", schrieb Direktorin Cooper in dem Elternbrief. In Klassenzimmern seien allerdings nur Schnürschuhe, Turnschuhe oder "eng am Knöchel anliegende Stiefel" erlaubt. Diese Schuh-Alternativen seien genauso "behaglich" wie die Ugg Boots, sagte John Armato von der zuständigen Schulbehörde dem amerikanischen Sender "NBC10 Philadelphia". Außerdem müssten Schüler in der Schule ja auch ihre Winterjacken ausziehen und Mützen abnehmen.

Einige Eltern zeigen sich empört, wollen sich allerdings dem Verbot beugen: "Vielleicht hat eine Handvoll Schüler Handys versteckt und wieso kann diese Handvoll es den anderen 600 Schülern ruinieren?", Adrienne Beier, Mutter einer Schülerin. Dennoch habe sie zu ihrer Tochter gesagt: "Das ist eine Regel, wir werden sie befolgen."

Die Schüler hingegen haben längst einen neuen Weg gefunden und das auch vor der Kamera eines lokalen TV-Senders demonstriert. Sie zeigen: Auch Basketballschuhe sind ein ausgezeichnetes Versteck für Handys.

yal/Reuters

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.