Kletter-Rekord 13-Jähriger erklimmt Gipfel des Mount Everest

Er ist der jüngste Bergsteiger, der dieses Ziel bislang erreichte: Der 13-jährige Jordan Romero hat den Mount Everest bestiegen, den höchsten Berg der Welt. Auf dem Gipfel rief der Junge erst einmal seine Mama in Kalifornien an.

REUTERS

Hamburg/Peking - Eine offizielle Bestätigung für die Gipfelerstürmung durch den 13-jährigen Jordan Romero lag zunächst nicht vor, doch auf seiner Website wird der Triumph bereits als Fakt vermeldet. "Das Team hat gerade angerufen und bestätigt, dass es auf dem Gipfel des Mount Everest steht", heißt es dort. "Ein Traum ist wahr geworden. Alle klingen unglaublich glücklich."

In Romeros Gruppe befindet sich auch der berühmte nepalesische Sherpa Apa, der den Gipfel zum 20. Mal erklomm und damit ebenfalls einen Rekord aufstellte. Außerdem wird der Teenager aus Big Bear in Kalifornien von seinem Vater, dessen Freundin und drei weiteren Sherpas begleitet.

Ein Sprecher der Familie teilte mit, der Junge habe am Samstag mit einem Satellitentelefon in knapp 8850 Metern Höhe über dem Meeresspiegel aus seine Mutter in Kalifornien angerufen.

Viele Anhänger des jungen Abenteurers gratulierten dem neuen Rekordhalter auf der Website, aber auch Kritiker meldeten sich zu Wort. Sie halten die Bergtour auf den 8848 Meter hohen Gipfel des Himalaya für zu gefährlich für ein Kind. Hunderte Bergsteiger haben am Everest ihr Leben gelassen, viele wurden Opfer der gefürchteten Höhenkrankheit. Die Route, über die Romero, sein Vater und seine Stiefmutter aufstiegen, ist wegen häufiger Lawinen und starker Winde gefürchtet.

Nach dem Everest: Aufbruch in die Antarktis

Da die Behörden Nepals für den Aufstieg keine Genehmigung an unter 16-Jährige erteilen, stieg die Familie von der tibetischen Seite auf, die Romeros Vater als weniger gefährlich bezeichnete. In China gilt keine Altersbegrenzung für Bergsteiger.

Bereits mit neun Jahren hatte Romero den höchsten Berg Afrikas bezwungen, den Kilimandscharo in Tansania. Dem jungen Abenteurer fehlt nur noch ein weiterer Berg aus der Liste der höchsten Berge der sieben Kontinente. Im Dezember will er mit seinem Team in die Antarktis aufbrechen, um das Vinson-Massif zu besteigen.

Den bisherigen Rekord als jüngster Everest-Bezwinger hielt Temba Tsheri aus Nepal. Er erreichte den Gipfel im Alter von 16 Jahren.

Sherpa Apa stellte seinen 20. Gipfelsieg ins Zeichen des Klimawandels. Er hatte zu Beginn der Expedition unterhalb des Gipfels eine Gruppe von Bergsteigern angeführt, die den Müll Tausender Everest-Touristen einsammelten. Seinen Plan, Teile der Asche von Erstbesteiger Hillary am Gipfel zu verstreuen, gab er nach Warnungen buddhistischer Geistlicher auf.

"Super Sherpa" warnt vor Schäden durch Klimawandel

"Ich bin dankbar, dass ich den Mount Everest zum 20. Mal besteigen konnte", sagte Apa auf seiner Internetseite. "Ich bin auch deshalb aufgestiegen, um die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, welchen Schaden der Klimawandel dem Himalaya zufügt." In Bergsteigerkreisen wird Apa "Super Sherpa" genannt, da er den Aufstieg scheinbar ohne Anstrengung bewältigt und angeblich nie trainiert.

Die ersten Bezwinger des höchsten Gipfels der Welt waren der Neuseeländer Edmund Hillary und Tenzing Norgay im Jahr 1953. Seither taten es ihnen Tausende gleich, viele auch ohne Sauerstoffflaschen.

Die Gipfelsaison am Everest ist äußerst kurz: Aufstiegsmöglichkeiten gibt es im April und Mai, wenn das Wetter zwischen Frühling und Sommermonsun günstig ist. Der Everest liegt auf der Grenze zwischen China und Nepal. Auch von der nepalesischen Seite stiegen am Samstag rund 50 Alpinisten auf, wie die Behörden mitteilten.

"Das Wetter war heute gut, deswegen waren viele unterwegs", sagte Sprecher Tilak Ram Pandey telefonisch aus dem Everest Basislager. Das gute Wetter werde anhalten und für Sonntag werde mit weiteren Aufstiegen gerechnet.

pad/dpa/AP



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