Verwaltungsgericht Koblenz Lehrer muss Foto von sich im Jahrbuch hinnehmen

Ein Lehrer erscheint im Jahrbuch seiner Schule - mit Foto. Der Pädagoge will das rückgängig machen, doch ein Gericht hat nun entschieden: Die Aufnahme muss nicht entfernt werden.
Wenn Lehrer sich vom Schulfotografen ablichten lassen, stimmen sie stillschweigend auch einer Veröffentlichung im Jahrbuch zu

Wenn Lehrer sich vom Schulfotografen ablichten lassen, stimmen sie stillschweigend auch einer Veröffentlichung im Jahrbuch zu

Foto: Bernd Feil/ M.i.S./ imago images

Lehrer können nach freiwilliger Mitwirkung an einem Fototermin für ein offizielles Klassenfoto nicht verlangen, dass die Aufnahme später aus dem Schuljahrbuch entfernt wird. Eine entsprechende Klage eines Pädagogen hat das Verwaltungsgericht im rheinland-pfälzischen Koblenz abgewiesen  (Aktenzeichen: 5 K 101/19.KO).

Die Richter stellten fest, dass der Lehrer durch seine Teilnahme am Fototermin zumindest stillschweigend eingewilligt habe. Außerdem sei eine gesonderte Einwilligung des Mannes für eine derart unverfängliche Aufnahme im dienstlichen Rahmen theoretisch auch gar nicht erforderlich gewesen.

Klassen- und Jahrgangsfotos seien "dem Bereich der Zeitgeschichte" zuzuordnen, denn genau diese Bedeutung hätten sie für Angehörige einer Schule. Es liege daher kein rechtswidriger Eingriff in das Recht am eigenen Bild vor, den der Mann geltend machen könnte.

Der Studienrat, der an einem rheinland-pfälzischen Gymnasium unterrichtet, ließ sich laut Gericht bei einem Fototermin mit zwei Schulklassen ablichten. Danach gab die Schule, wie bereits im Jahr zuvor, ein Jahrbuch mit den Abbildungen sämtlicher Klassen und Kurse nebst den jeweiligen Lehrkräften heraus.

Der Kläger beanstandete daraufhin die Veröffentlichung der beiden Bilder mit dem Argument, dass seine vorherige Zustimmung nicht eingeholt worden sei. Er habe sich nur fotografieren lassen, weil ihn eine Kollegin zur Teilnahme überredet habe. Den wahren Verwendungszweck der Bilder habe er jedoch nicht gekannt. Die Fotografin habe ihm zugesichert, dass die Bilder nicht veröffentlicht würden.

Das Urteil kann vor dem rheinland-pfälzischen Oberverwaltungsgericht noch angefochten werden.

Aufnahmen auf dem Schulgelände sorgen häufiger für Kontroversen. Im August hatten zwei Rektoren aus Halle und Bad Segeberg entschieden, keine spontanen Bilder von Erst- beziehungsweise Fünftklässlern mehr zuzulassen, sondern Fototermine anzusetzen, bei denen nur die Kinder abgelichtet werden konnten, deren Eltern explizit ihr Einverständnis dazu gegeben hatten. Viele hielten diesen Schritt für übertrieben.

lov/AFP