Kultusminister Althusmann "Wir können nicht so weitermachen wie bisher"

In Niedersachsen sollen die Kommunen die Hauptschulen künftig abschaffen und mit Realschulen verschmelzen. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE erklärt Kultusminister Bernd Althusmann (CDU), warum es dazu eine neue Schulform braucht - und weshalb andere Unionsländer nachziehen sollten.  

Wie sollen sich Schulen entwickeln? Althusmann setzt auf die Entscheidung der Kommunen
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Wie sollen sich Schulen entwickeln? Althusmann setzt auf die Entscheidung der Kommunen


SPIEGEL ONLINE: Herr Althusmann, in Niedersachsen gibt es einen Wust aus weiterführenden Schulen: Haupt- und Realschulen, Kooperative und Integrative Gesamtschulen, Förderschulen, berufsbildende Schulen und Gymnasien. Anstatt das Chaos zu entwirren, planen Sie nun eine achte Schulform einzuführen: Die Oberschule. Wollen Sie die Eltern vollständig verwirren?

Bernd Althusmann: Nein, im Gegenteil. Langfristig ist damit der Weg für ein einfaches, zweigliedriges Schulmodell gesichert, das Stabilität und Kontinuität garantiert. Wir müssen uns den stark sinkenden Schülerzahlen stellen. Die Möglichkeit zur Zusammenfassung von Haupt- und Realschulen zu Oberschulen ist ein notwendiger Schritt. Und wir gehen darüber hinaus: Wir bieten mit der Oberschule auch einen gymnasialen Zweig an. Die Option auf einen gymnasialen Abschluss wollen viele Eltern ihren Kindern offenhalten.

Das plant die CDU in Niedersachsen
Das Sterben der Hauptschulen
Die Schülerzahlen gehen aufgrund des demografischen Wandels zurück, betroffen sind vor allem die Hauptschulen. Besuchten sie in Niedersachsen im Schuljahr 2004/2005 noch etwa 117.000 Jugendliche, waren es 2009/2010 nur noch rund 81.000. Die Regierung in Niedersachsen will darauf reagieren: Haupt- und Realschulen sollen nach und nach in Oberschulen aufgehen.
Der Ist-Zustand
Derzeit gibt es in Niedersachsen neben den Gymnasien, Haupt- und Realschulen zwei Formen von Gesamtschulen: Kooperative, in denen Schüler zwar unter einem Dach, jedoch in nach Leistung differenzierten Klassen lernen. Und integrative, in denen Schüler gemeinsam unterrichtet werden. Es gibt derzeit 36 kooperative und 56 integrative Gesamtschulen in Niedersachsen.
Die geplante Oberschule
Die Oberschulen sollen künftig Haupt- und Realschulen sowie kooperative Gesamtschulen ersetzen. Die Schüler werden in den Klassen fünf bis acht in nach Leistung differenzierten Fachkursen unterrichtet. Danach sollen die Schüler in Klassen aufgeteilt werden, je nach angestrebtem Abschluss. Geplant sind zwei Varianten der Oberschule: Eine ohne gymnasialer Oberstufe und eine mit. Für Variante eins müssen genug Anmeldungen für zwei Klassenzüge vorliegen, für Variante zwei müssen drei Züge zustande kommen. Alle Oberschulen sollen den Haupt- und Realschulabschluss anbieten. Die Klassen sollen nicht mehr als 28 Schüler haben.
Die Rolle der Kommunen
Die Oberschulen und damit das zweigliedrige System sollen nicht von oben verordnet, flächendeckend eingeführt werden. Stattdessen sollen die Kommunen entscheiden, welche Schulformen sie vor Ort anbieten möchten. Die Landesregierung rechnet jedoch damit, dass die Oberschulen von den Kommunen angenommen werden und sich das zweigliedrige System nach und nach landesweit durchsetzt.
Kritik der Opposition
Sowohl SPD als auch die Grünen lehnen die bisherigen Pläne ab. Ihre Bedingung ist nicht erfüllt: Sie wollen, dass die Voraussetzungen für die Gründung von integrierten Gesamtschulen herabgesetzt werden. Bisher müssen Schüleranmeldungen für mindestens fünf Klassenzüge vorliegen, nur in Ausnahmefälle reichen vier Züge. Das ist nach Meinung der Opposition zu viel.
Der Zeitplan
Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) will den Gesetzentwurf im Dezember in den Landtag einbringen. Vorher soll noch ein Bildungsgipfel mit Politikern und Verbänden stattfinden. Im März könnte über das neue Schulgesetz abgestimmt werden. Sollte es durchkommen, könnte schon zum nächsten Schuljahr mit der Umsetzung begonnen werden.
SPIEGEL ONLINE: Kommunen haben in Niedersachsen bereits die Möglichkeit, Integrierte Gesamtschulen zu gründen, in denen alle Schüler alle Abschlüsse erreichen können. Warum erleichtern Sie ihnen nicht einfach die Gründung dieser Schule, indem Sie die Voraussetzungen lockern?

Althusmann: Die Integrierte Gesamtschule wird von einigen Eltern gewollt, sie ist eine akzeptierte Schulform - aber eben nur eine ergänzende. Ich möchte vermeiden, dass wir uns sowohl in Deutschland als auch in Niedersachsen in endlosen Schulstrukturdebatten verlieren. Auf die Qualität und die Inhalte von Schule kommt es an, nicht auf die Struktur. Die Oberschule ist ein qualitativ gutes Angebot. Dort, wo die Voraussetzungen für eine IGS vorliegen, wird diese auch in Zukunft errichtet werden können.

SPIEGEL ONLINE: Was ist denn nun genau der Unterschied einer Ober- zu einer Gesamtschule?

Althusmann: Der Unterricht kann in einer Oberschule flexibel schulzweigübergreifend oder jahrgangsweise stattfinden. In den Schuljahrgängen neun und zehn wird in Oberschulen klar schulformbezogen unterrichtet, um die Schülerinnen und Schüler gemäß ihrer Leistungsfähigkeit auf einen guten Schulabschluss vorzubereiten.

SPIEGEL ONLINE: Aber die Unterschiede zu den Gesamtschulen sind doch nur marginal.

Althusmann: Nein. Die IGS verfolgt ein anderes pädagogisches Modell. Es gibt dort zum Beispiel keine Zeugnisnoten in den Klassen fünf bis acht. Dort werden Schüler grundsätzlich gemeinsam unterrichtet. In den Oberschulen wird nach dem Leistungsvermögen differenziert: Dies gilt insbesondere für die Kernfächer. Aber zuzugeben ist: Auch die Oberschule wird integrative Elemente haben, das wird sich aufgrund der zurückgehenden Schülerzahlen gar nicht vermeiden lassen.

SPIEGEL ONLINE: Schon jetzt leiden Schüler, Eltern und Lehrer, wenn Sie das Bundesland wechseln: Oft treffen sie auf komplett andere Schulsysteme. Wenn Sie nun den Kommunen die Gestaltung ihrer Schulen überlassen, holen Sie sich den Flickenteppich ins Land.

Althusmann: Ich gehe davon aus, dass sich das zweigliedrige System aus Oberschulen und Gymnasien in etwa zehn bis 15 Jahren flächendeckend durchsetzen wird. Ich habe schon heute, kurz nach Veröffentlichung unseres Konzepts, etwa ein Dutzend Anfragen von kommunalen Vertretern, die ein hohes Interesse an den Oberschulen signalisieren. Sie ist ja auch attraktiv, weil wir die Klassenobergrenzen auf 28 begrenzen und zum Beispiel verstärkt Ganztagsunterricht erteilen sowie Sozialpädagogen einsetzen wollen. Angesichts der sinkenden Schülerzahlen ist klar: Wir können nicht so weitermachen wie bisher. Darauf müssen wir flexibel reagieren.

SPIEGEL ONLINE: Andere Bundesländer haben dieselben Probleme, wollen aber an der Hauptschule nicht rütteln. Müssen die umdenken?

Althusmann: Ich denke, langfristig werden wir in allen Bundesländern in eine Zweigliedrigkeit übergehen, auch Bayern und Baden-Württemberg werden in den nächsten Jahren die Herausforderung des demografischen Wandels annehmen müssen. In der Kultusministerkonferenz wird derzeit eine Debatte darüber geführt, wie das weiterführende Schulangebot nach der Grundschule richtig und sinnvoll organisiert werden sollte. Vielleicht ist unser kombiniertes Modell etwas, auf das man sich einigen könnte.

SPIEGEL ONLINE: Vor wenigen Tagen haben drei ihrer Amts- und Parteikollegen ein neues Grundsatzpapier der CDU zur Zukunft der Schulen vorgestellt. Botschaft: Die Unionsländer verfolgen eine gemeinsame bildungspolitische Agenda. Marion Schick (CDU), Kultusministerin von Baden-Württemberg, verdammte bei der Vorstellung dieses Papiers die Kommunalisierung der Schulpolitik als "rot-grünes Allheilmittel". Sie geben nun Kommunen die Entscheidung, wie sie ihre Schulen organisieren wollen. Warum steuern Sie einen anderen Kurs als die Kollegen?

Althusmann: Wir kommunalisieren ja nicht. Kommunen sollen nicht nach Belieben entscheiden können, wie sie Schulen organisieren. Wir geben ihnen lediglich die Möglichkeit zu entscheiden, wie sie neben den Gymnasien ihre weiterführenden Schulen organisieren können. Sie haben also weiterhin die Verantwortung für die Entwicklung der Schullandschaft vor Ort, wir für die Schulqualität.

SPIEGEL ONLINE: Trotzdem: Ministerin Schick sprach nicht zufällig von einem "rot-grünen Allheilmittel". Die Koalition aus SPD und Grünen in NRW verfolgt derzeit ganz ähnliche Pläne, wie Sie sie nun vorgestellt haben.

Althusmann: Im Kern geht es in NRW darum, ob Kommunen nach Belieben entscheiden können, wie sie ihre Schullandschaft organisieren und welche Schulformen sie anbieten wollen. Das machen wir nicht.

SPIEGEL ONLINE: Sondern?

Althusmann: Wir bieten den Kommunen einen Baukasten für eine gute Schullandschaft, angepasst an die regionalen Besonderheiten. Wir setzen ihnen einen Rahmen, der gleichwertige Schulbedingungen in den Kommunen gewährleistet. Wir geben den Kommunen aber zugleich einen Gestaltungsspielraum innerhalb dieses Rahmens, so dass sie auf die Situation vor Ort flexibel reagieren können. Aber für die Inhalte zum Beispiel für mögliche Fächerkombinationen oder Standards für die Schulabschlüsse bleibt das Ministerium zuständig.

SPIEGEL ONLINE: Ein weiteres Streitthema ist in der CDU gerade das in der Verfassung festgeschriebene Kooperationsverbot, dass es dem Bund fast unmöglich macht, den Ländern Mittel für die Bildung zur Verfügung zu stellen. Die einen wollen es abschaffen, die anderen scheuen eine dafür notwendige Verfassungsänderung. Was denken Sie?

Althusmann: Wir sollten diese Frage sehr ernsthaft zwischen Bund und Ländern besprechen, wie weit eine gemeinsame Bildungsverantwortung für verschiedene Bereiche in unserem Land gehen soll. Ein Beispiel: Ich werde in diesen Tagen eine Kooperationsvereinbarung mit Bundesfamilienministerin Kristina Schröder unterschreiben. Damit sollen in Niedersachsen etwa 340 Kindertagesstätten vom Bund mit je einer halben Personalstelle unterstützt werden. Damit wollen wir gerade Kitas in Brennpunkten helfen. Ich nehme dieses Angebot des Bundes gerne an. Bei den drängenden Problemen sollten sich Bund und Länder stärker miteinander abstimmen. Dazu sollte es möglich sein, die Hürden der Verfassung zu überspringen, ohne dass dabei die Hoheit der Länder in Kultusfragen aufgegeben wird.

SPIEGEL ONLINE: Sie sind also dafür, dass das Kooperationsverbot gekippt wird?

Althusmann: Ich kann mir bei den wichtigen Baustellen unserer Bildungslandschaft in Deutschland eine engere Kooperation vorstellen. Aber es muss klar sein: Die Verantwortung bei der Umsetzung liegt bei den Ländern. Der Bildungsföderalismus hat eine eindeutige Stärke: die Länder sind auf jeden Fall näher an den Problemen vor Ort als eine Zentralregierung.

Das Interview führte Birger Menke

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BlogBildung.net 27.10.2010
1. Abwarten, Tee trinken und in 15 Jahren nachsehen, was sich getan hat.
Im Vordergrund der Überlegungen zur Strukturreform standen, wie zu erwarten war, nicht eine bessere Bildung für niedersächsische Schüler, sondern laut Ministerpräsident McAllister die "Sicherstellung eines wohnortnahen und flächendeckenden Schulangebots." Quantität statt Qualität - Man möchte es sich eben nicht mit den Kommunen und den Eltern verderben. Von Vorteil ist und das war gar nicht zu erwarten, dass die Integrierte Gesamtschule keine Aufwertung durch die Reform erfährt und weiterhin die Hürden für die Einrichtung dieser qualitativ schlechteren Alternative (vgl. http://www.blogbildung.net/?p=73) bestehen bleiben. Wie nun der Schulbetrieb an der neuen Oberschule im Detail ausgestaltet wird, bleibt abzuwarten. Eine reine Zusammenlegung hat wohl pädagogisch kaum Überzeugungskraft. Sollten allerdings die Chancen einer Zusammenlegung dazu genutzt werden können, um eine selbstbewusste Schulform als Alternative zum Gymnasium zu schaffen, wäre zumindest die Gefahr abgewehrt, dass die Oberschulen zu den neuen Restschulen werden. Da der Elternwille hinsichtlich der Schullaufbahn des Kindes in Niedersachsen nach wie vor Bestand hat, werden die Eltern zeigen, was sie von den neuen Schulen halten und ob diese sich in den nächsten Jahren tatsächlich durchsetzen werden. So wird also der Erfolg oder Misserfog der neuen Schulform bei den Eltern (und das ist nicht synonym zum Begriff Vernunft zu verstehen) entscheiden - die Bildungspolitik kann nur auf die realen Verhältnisse reagieren. So tat sie es schon bei der Diskussion um Einführung und Abschaffung der Orientierungsstufe und so tun sie es jetzt angesichts der Misere der Hauptschulen. Bleibt zu hoffen, dass neben diesen rein quantitativen Maßnahmen auch eine qualitative Reform des Bildungswesens in Niedersachsen nicht allzu lange auf sich warten lässt. Erstmal ist jedenfalls das bewährte Prinzip der äußeren Differenzierung in Niedersachsen gerettet und die Schulstruktur vor einem Reformaktionismus wie in Nordrhein-Westfalen bewahrt worden. -- http://www.BlogBildung.net Schule. Bildung. Zukunft
jot-we, 27.10.2010
2. uu
Wie schön: "Wir können nicht so weitermachen wie bisher" Wenn ein Politiker diese Worthülse in den Mund nimmt, kann man ganz beruhigt weiterschlafen: es geht garantiert alles so weiter wie bisher.
ebehrens 28.10.2010
3. Die Schularten nicht mehr standardisieren
Zitat von BlogBildung.netIm Vordergrund der Überlegungen zur Strukturreform standen, wie zu erwarten war, nicht eine bessere Bildung für niedersächsische Schüler, sondern laut Ministerpräsident McAllister die "Sicherstellung eines wohnortnahen und flächendeckenden Schulangebots." Quantität statt Qualität - Man möchte es sich eben nicht mit den Kommunen und den Eltern verderben. Von Vorteil ist und das war gar nicht zu erwarten, dass die Integrierte Gesamtschule keine Aufwertung durch die Reform erfährt und weiterhin die Hürden für die Einrichtung dieser qualitativ schlechteren Alternative (vgl. http://www.blogbildung.net/?p=73) bestehen bleiben. Wie nun der Schulbetrieb an der neuen Oberschule im Detail ausgestaltet wird, bleibt abzuwarten. Eine reine Zusammenlegung hat wohl pädagogisch kaum Überzeugungskraft. Sollten allerdings die Chancen einer Zusammenlegung dazu genutzt werden können, um eine selbstbewusste Schulform als Alternative zum Gymnasium zu schaffen, wäre zumindest die Gefahr abgewehrt, dass die Oberschulen zu den neuen Restschulen werden. Da der Elternwille hinsichtlich der Schullaufbahn des Kindes in Niedersachsen nach wie vor Bestand hat, werden die Eltern zeigen, was sie von den neuen Schulen halten und ob diese sich in den nächsten Jahren tatsächlich durchsetzen werden. So wird also der Erfolg oder Misserfog der neuen Schulform bei den Eltern (und das ist nicht synonym zum Begriff Vernunft zu verstehen) entscheiden - die Bildungspolitik kann nur auf die realen Verhältnisse reagieren. So tat sie es schon bei der Diskussion um Einführung und Abschaffung der Orientierungsstufe und so tun sie es jetzt angesichts der Misere der Hauptschulen. Bleibt zu hoffen, dass neben diesen rein quantitativen Maßnahmen auch eine qualitative Reform des Bildungswesens in Niedersachsen nicht allzu lange auf sich warten lässt. Erstmal ist jedenfalls das bewährte Prinzip der äußeren Differenzierung in Niedersachsen gerettet und die Schulstruktur vor einem Reformaktionismus wie in Nordrhein-Westfalen bewahrt worden. -- http://www.BlogBildung.net Schule. Bildung. Zukunft
Die politische Einschätzung des Ministers, die Entwicklung werde zu einem zweigliedrigen Schulsystem führen, hat viel für sich, ist aber nicht wirklich zukunftsweisend. Der Minister sollte nicht auf die bildungspolitischen Entscheidungen der Kommunen setzen, sondern auf die der Schulen, die im Wettbewerb um Lehrer und Schüler überleben wollen. Dafür muss er ihnen ein Maß von Handlungsfreiheit einräumen, das es erlaubt, ihre pädagogische Kreativität freizusetzen. Dazu gehört, die gesetzliche Standardisierung von Schularten endlich aufzugeben. Jede Schule soll ihre Bildungsziele selbst bestimmen dürfen; private Ersatzschulen dürfen das nach dem Grundgesetz heute schon. Noch auf lange Zeit werden die Berechtigungen standardisiert sein, die von Schulen ihren erfolgreichen Schülern im staatlichen Auftrag verliehen werden dürfen. Jede Schule sollte selbst entscheiden dürfen, auf welche Berechtigungen sie ihre Schüler vorbereiten will. Sie darf nicht auf eine einzige Berechtigung festgelegt sein. Pädagogisch spannend wird es aber erst, wenn die Prüfungsinhalte für den Erwerb einer bestimmten Berechtigung nicht mehr gleichartig, sondern nur noch gleichwertig sein müssen. Der Minister bestimmt nur noch das Niveau, aber nicht mehr die Prüfungsinhalte. Die Schüler werden nur noch geprüft, was sie unterrichtet wurden (oder werden sollten - nach den genehmigten gleichwertigen Lehrzielen). Dem Minister ist Recht zu geben: die Bildungspolitik kann nicht mehr weitermachen wie bisher. Sie muss den Schulen endlich die pädagogische Freiheit lassen, die sie brauchen, um vor Ort das Beste für ihre Schüler leisten zu können. Dann werden sich Lehrerkollegien zusammenfinden, in denen pädagogischer Konsens herrscht und ein lebhafter Wettbewerb der Schulen um Schüler entstehen. Pädagogische Innovationen müssen vor Ort gewollt sein - zuerst von den Lehrern und dann natürlich auch von den Eltern. Deshalb müssen die pädagogischen Entscheidungen auch vor Ort vorbereitet und gefällt werden und nicht im fernen Ministerium. Eckhard Behrens, Heidelberg, www.EBehrens.de
crustacea 28.10.2010
4. Eos
Damit der Trend deutlich wird, schlage ich eine Umbenennung der Gymnasien vor: Erweiterte Oberschule (EOS).
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