Antisemitische Lieder nach KZ-Besuch Schülern drohen Ordnungsmaßnahmen bis hin zum Schulverweis

Die Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung, auch die Schule erwägt harte Konsequenzen: Dass drei Schüler nach einem Besuch der KZ-Gedenkstätte Buchenwald antisemitische Lieder abgespielt haben, wird Folgen haben.

Gedenkstätte Buchenwald: Das Verhalten der Schüler wird sowohl schulisch als auch strafrechtlich aufgearbeitet
Candy Welz/ DPA

Gedenkstätte Buchenwald: Das Verhalten der Schüler wird sowohl schulisch als auch strafrechtlich aufgearbeitet


Nach einem mutmaßlich antisemitischen Zwischenfall auf einer Studienfahrt zum ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald drohen den drei verdächtigen Jugendlichen auch schulrechtliche Konsequenzen.

Es werde sowohl über pädagogische Maßnahmen als auch über entsprechende Ordnungsmaßnahmen nachgedacht, sagte ein Sprecher des zuständigen Schulamts. Damit könnten die 14-Jährigen, gegen die auch die Polizei ermittelt, im schlimmsten Fall der Schule verwiesen werden.

Die drei Schüler sollen auf der Rückfahrt von dem Besuch der Gedenkstätte in Thüringen antisemitische Lieder abgespielt und mitgesungen haben. Die Schulleitung zeigte den Vorfall daraufhin bei der Polizei an. Die leitete Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung ein.

"Der Fall wird schulisch auf unterschiedlichen Ebenen aufgearbeitet", bestätigte der Leiter der betroffenen Schule im mittelhessischen Grünberg, Jörg Keller. Die Schule wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach für ihre Arbeit in der Extremismus-Prävention ausgezeichnet, teilte der Landkreis Gießen mit.

Beim Besuch der Schüler in der KZ-Gedenkstätte habe es keine Auffälligkeiten gegeben, sagte der Sprecher der Gedenkstättenstiftung am Dienstag. Der Vorfall sei eine absolute Ausnahme. Nach Schülerbesuchen gebe es in der Regel Auswertungsgespräche mit den jeweiligen Verantwortlichen an den Schulen, so der Sprecher. Über ähnliche Vorkommnisse sei die Gedenkstätte darin bisher aber noch nicht unterrichtet worden.

sun/dpa

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