Sex mit Schülerin Lehrer muss kein Schmerzensgeld zahlen

Sie wollte 32.000 Euro von ihrem früheren Vertretungslehrer, weil er sie zum Sex verführt hatte, als sie erst 14 Jahre alt war. Doch das Landgericht Koblenz wies die Forderung der ehemaligen Schülerin zurück. Sie habe schließlich eingewilligt.

Das Landgericht Koblenz: Nicht im Sinne des Gesetzes zur Erziehung anvertraut
dapd

Das Landgericht Koblenz: Nicht im Sinne des Gesetzes zur Erziehung anvertraut


Ein Vertretungslehrer, der eine minderjährige Schülerin offenbar gezielt zum Sex verführt hatte, muss kein Schmerzensgeld zahlen. Das hat das Landgericht Koblenz am Mittwoch entschieden. Die damals 14-Jährige soll vor mehr als fünf Jahren 22-mal Sex mit dem Lehrer aus Neuwied in Rheinland-Pfalz gehabt haben. Sie forderte daraufhin Schmerzensgeld und Schadensersatz in Höhe von insgesamt 32.000 Euro.

Das Mädchen habe die Forderung damit begründet, dass sie wegen des Verhältnisses mit dem fast 20 Jahre älteren Lehrer psychische Probleme davongetragen habe, sagte eine Gerichtssprecherin. Außerdem habe sie die Schule wechseln müssen und später als geplant mit ihrer Ausbildung begonnen. Deswegen sei ihr Ausbildungsvergütung entgangen.

Der Fall beschäftigt die Justiz schon seit Monaten. Im Dezember 2011 hatte das Oberlandesgericht Koblenz den Pädagogen vom Verdacht des sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener freigesprochen, weil kein Obhutsverhältnis vorlag. Das Mädchen sei dem Lehrer nicht im Sinne des Gesetzes zur Erziehung anvertraut gewesen, lautete die Begründung. Er sei in ihrer Klasse schließlich nur dreimal als Vertretungslehrer eingesprungen.

Bundesländer wollen Schulgesetze verschärfen

Auf dieser Grundlage habe nun auch das Landgericht gegen ein Schmerzensgeld entschieden, sagte die Sprecherin. Außerdem habe keine rechtswidrige Handlung vorgelegen, weil das Mädchen in das Verhältnis eingewilligt habe. Gegen die Entscheidung sei Berufung möglich.

Die Feststellung eines Obhutsverhältnisses ist entscheidend, weil Sex zwischen Erwachsenen und Jugendlichen ab deren vollendeten 14. Lebensjahr straffrei möglich ist. Der Freispruch für den Pädagogen heizte eine Debatte an, wie man Minderjährige in der Schule besser vor sexuellem Missbrauch durch Lehrer schützen kann. Das rheinland-pfälzische Kabinett hat bereits eine entsprechende Änderung des Schulgesetzes gebilligt. Auch andere Bundesländer wollen das Schulrecht dahingehend verschärfen.

Darauf hatten sich die Kultusminister im März geeinigt. Nachdem das Verhältnis zu der Schülerin bekannt geworden war, war der Lehrer vom Schuldienst suspendiert worden. Er geriet später auch in den Verdacht, sich an die Schwester der damals 14-Jährigen herangemacht zu haben. Ende Juli schied der Mann auf eigenen Wunsch aus dem Beamtenverhältnis aus. Daraufhin wurde auch das Disziplinarverfahren gegen ihn eingestellt.

son/dapd

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Seite 1
zickezackehoihoihoi 31.10.2012
1. Aha
Zitat von sysopdapdSie wollte 32.000 Euro von ihrem früheren Vertretungslehrer, weil er sie zum Sex verführt hatte, als sie erst 14 Jahre alt war. Doch das Landgericht Koblenz wies die Forderung der ehemaligen Schülerin zurück. Sie habe schließlich eingewilligt. Lehrer hatte Sex mit Schülerin und muss kein Schmerzensgeld zahlen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/schulspiegel/lehrer-hatte-sex-mit-schuelerin-und-muss-kein-schmerzensgeld-zahlen-a-864458.html)
eine 14jährige willigt dem Sex mit ihrem Lehrer ein, und damit ist alles ok. Verstehe.
fundamentalkritiker 31.10.2012
2. es gibt auch den...
umgekehrten Fall: Schülerinen werfen sich an Lehrer. Jeder (halbwegs menschliche) Lehrer hat dies schon erlebt und hoffentlich abwehren können. Das ist aber nicht politisch korrekt, denn nur die bösen Männer sind ja Schuld; die Frauen sind ja immer die leidenden...
janne2109 31.10.2012
3.
Zitat von fundamentalkritikerumgekehrten Fall: Schülerinen werfen sich an Lehrer. Jeder (halbwegs menschliche) Lehrer hat dies schon erlebt und hoffentlich abwehren können. Das ist aber nicht politisch korrekt, denn nur die bösen Männer sind ja Schuld; die Frauen sind ja immer die leidenden...
Sie haben ja nicht unrecht, aber von Frauen zu sprechen ist etwas verfrüht bei einer 14 jährigen. Oder sprachen Sie von den Müttern?? grinsss
Atheist_Crusader 31.10.2012
4.
Zitat von sysopdapdSie wollte 32.000 Euro von ihrem früheren Vertretungslehrer, weil er sie zum Sex verführt hatte, als sie erst 14 Jahre alt war. Doch das Landgericht Koblenz wies die Forderung der ehemaligen Schülerin zurück. Sie habe schließlich eingewilligt. Lehrer hatte Sex mit Schülerin und muss kein Schmerzensgeld zahlen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/schulspiegel/lehrer-hatte-sex-mit-schuelerin-und-muss-kein-schmerzensgeld-zahlen-a-864458.html)
Ich muss sagen, das Urteil überrascht mich. Normalerwiese kommen nur Frauen so leicht davon. Ich erinnere mich da an einem Fall in den USA (wo Sex mit Minderjährigen generell Fall ein Verbrechen ist), wo die Verteidigung nicht nur implizierte, dass der Junge doch froh sein sollte, sondern auch (erfolgreich) die Strafe in Bewährung umwandeln konnte, weil die Angeklagte ja so attraktiv sei, und daher im Gefängnis erhöhten Risiken ausgesetzt sei. Also: Ich kenne jetzt die genauen Hintergründe des vorliegenden Falles nicht, aber was mich betrifft, traue ich einer 14-Jährigen prinzipiell die gleiche Verschlagenheit, Hinterhältigkeit, Gier und Heuchelei zu, die ich auch jedem Erwachsenen zutraue. Und wer sich 22 mal von der selben Person "verführen" lässt... der ist entweder ein bisschen leicht beinflussbar oder matschig in der Birne, aber sich dann als Opfer aufzuspielen finde ich schon etwas merkwürdig. Es war ja anscheinend keine Vergewaltigung, Zwang war also nicht vorhanden. Wenn ich mich jeden Tag auf's Neue überreden ließe, 10 € an die Kirche zu spenden, dann könnte ich auch keine Anklage wegen Diebstahl bemühen. Dann müsste ich mich eher in die Ecke stellen und ob meiner eigenen Dummheit schämen. Ja genau, DAS ist das große Problem in diesem Land. Die notgeilen Lehrer, die sich an armen Schülern vergreifen.
jim_panse_123 31.10.2012
5. frech
Erst als offenbar frühreife dem Koitus fröhnen und dann Jahre später auch noch Geld aus der Nummer schlagen wollen, ganz schön frech das Mädel. Zum Glück gibt es auch in Deutschland noch eine vernünftige Rechtssprechung.
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