Verpflichtendes Feedback Berliner Schüler sollen ihre Lehrer bewerten

Nach dem miesen Ergebnis beim Bildungstrend 2015 sollen Berliner Lehrer ihre Schüler jetzt regelmäßig um ein Feedback bitten. Bislang hat kaum einer die Chance genutzt.
Lehrer in Berlin (Archivbild)

Lehrer in Berlin (Archivbild)

Foto: DB Kemal Hür/ picture alliance / dpa

Und? Wie war ich? Seit 2011 können Berliner Lehrer dieser Frage ihren Schülern stellen. Die Senatsverwaltung hat dafür anonyme Fragebögen bereitgestellt, die auch für Rektoren und Schulräte zur Verfügung stehen. Doch nur jeder 30. Lehrer stellt sich der Beurteilung seiner Schützlinge.

"Von knapp 30.000 Berliner Pädagogen wollten vergangenes Schuljahr nur rund 1000 wissen, was ihre Schüler über ihren Unterricht denken", meldet der "Tagesspiegel" nach einer Anfrage an die Berliner Senatsverwaltung. Auch bei den Vorgesetzten war das Interesse an Feedback demnach verschwindend gering: "Nur ein einziger Schulrat war 2015/16 bereit, sich der Einschätzung der Schulleitungen in seinem Bezirk zu stellen; nur 13 Schulleiter mochten wiederum ihr Kollegium befragen."

Gute Idee, aber kaum Interesse

Vor fünf Jahren hatte der damalige Bildungssenator Jürgen Zöllner angekündigt, dass die Berliner Lehrer alle zwei Jahre per Fragebogen eine Selbstevaluation durchführen sollten. Doch nachdem Zöllner aus dem Amt schied, versandete die Aktion: Auf das eigens eingerichtete Onlineportal zur Selbstevaluation gab es seither gerade einmal 12.000 Zugriffe, rund 70.000 hätten es nach Zöllners Plänen sein sollen.

Aufgeschreckt durch das schlechte Abschneiden der Berliner Schüler bei der Bundesländer-Vergleichsstudie Bildungstrend 2015, will Zöllners Nachfolgerin, die SPD-Politikerin Sandra Scheeres, jetzt den Druck auf die Lehrer erhöhen. Sie halte es für "sinnvoll, das Instrument der Selbstevaluation weiter zu stärken", sagte die Schulsenatorin dem Bericht zufolge.

Sie wolle eine "größere Verbindlichkeit" bei der Nutzung der Fragebögen durchsetzen, so die Politikerin. Vorausgesetzt allerdings, Sandra Scheeres bleibt Bildungssenatorin - die rot-rot-grünen Verhandlungen zur Regierungsbildung laufen noch.