Vorwurf der Untreue Lehrer "leiht" sich fast 100.000 Euro aus Schulkassen

Das Geld war für Klassenfahrten gedacht: Ein Lehrer aus Unterfranken soll in drei Jahren fast 100.000 Euro aus Schulkassen zeitweise auf seinem eigenen Konto gebunkert haben. Jetzt droht ihm ein Prozess.
Amtsgericht in Gemünden am Main

Amtsgericht in Gemünden am Main

Foto: David Ebener/ picture alliance / dpa

Ein Lehrer aus dem Main-Spessart-Kreis soll sich über mehrere Jahre immer wieder an Schulkonten bedient und insgesamt fast 100.000 Euro auf sein eigenes Konto überwiesen haben. Das Geld zahlte er wieder zurück. Trotzdem ist so ein Verhalten strafbar, heißt es von der Staatsanwaltschaft Würzburg. Sie wirft ihm Untreue im besonders schweren Fall vor.

Es geht um 15 Fälle von Mai 2010 bis März 2013. Der heute 62-Jährige "parkte" den Angaben zufolge das Geld bei sich und überwies es einige Zeit später wieder zurück. Er verwendete das Geld damit "zumindest zeitweilig missbräuchlich zu seinem eigenen Vorteil für private Zwecke", heißt es von der Staatsanwaltschaft.

Der Lehrer hatte eine leitende Position und unter anderem Zugriff auf Konten, auf denen Geld für Schülerfahrten gesammelt wurde. Als der Beamte krank wurde und zu Hause blieb, fielen der Schulleitung die Transaktionen auf. Im Frühjahr 2014 zeigte sie den Fall an.

Voraussichtlich im Oktober soll nun ein Strafverfahren gegen den Mann beginnen. Ihm droht eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren. Der Lehrer ist einsichtig. Er wolle ein Geständnis ablegen, kündigte sein Anwalt Wolfgang Brejschka an: "Mein Mandant gibt zu, dass er das Geld auf sein Konto überwiesen hat. Aber er hat das Geld nicht ausgegeben und außerdem inzwischen alles wieder zurückgezahlt."

Warum der Mann das Geld zeitweise auf seinem Konto bunkerte, ist noch unklar. Der Lehrer arbeitet zurzeit nicht, weil er krankgeschrieben und außerdem vorläufig vom Dienst suspendiert ist. Gegen die Suspendierung habe er aber Beschwerde eingereicht, sagte Brejschka.

Er hofft, dass sein Mandant letztlich mit einer Bewährungsstrafe von unter einem Jahr davonkommt. "Ich möchte seinen Beamtenstatus retten, damit er weiter als Lehrer arbeiten kann."

fok
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